Energiebilanz Allgäu

Einsparpotenziale und Nutzung erneuerbarer Energien analysiert.

Wo wir unsere Energie benötigen - und wo wir handeln können wird in der Energiebilanz deutlich. So betrug der gesamte Endenergiebedarf* im Allgäu für 2011 über 22 Mio Megawattstunden. Der Großteil der Energie wird dabei von der Wirtschaft verbraucht. (Vgl. Grafik Endenergiebedarf nach Verursachergruppen) Dabei benötigt der Allgäuer im bayerischen und bundesdeutschen Durchschnitt mehr Endenergie. Eine Energiebilanz ist unterteilt in Energieverbrauch, Energieerzeugung Wärme und Energieerzeugung Strom.

Endenergieverbrauch nach Energieträgern

Wichtig ist dabei auch die Verteilung auf die verschiedenen Energieträger, wie in der unten stehenden Grafik (Endenergiebedarf nach Energieträgern) ersichtlich wird. Unter Endenergie versteht man dabei jenen Teil der Energie, der nach Energiewandlungs- und Übertragungsverlusten übrig bleibt und in fertiger Form beim Kunden als Strom, Erdgas, Heizöl, Pellets ankommt bzw. als Benzin oder Dieselkraftstoff an Zapfsäulen getankt wird. Nur 18 % des gesamten Endenergiebedarfs im Allgäu wird durch Strom gedeckt. 22 % des Energiebedarfs entfallen auf Erdgas und 18 % auf Heizöl. Die Bereitstellung fossiler Energieträger bedeutet dabei einen erheblichen Mittelabfluss aus dem Allgäu. 2011 beliefen sich die Kosten für sämtliche fossile Energieträger im Allgäu auf 2,1 Mrd Euro. Für erneuerbare Energien wurden im gleichen Zeitraum gerade mal 132 Mio Euro ausgegeben. Ein verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien erhöht zudem die regionale Wertschöpfung.

Energieerzeugung Wärme

20 % der im Allgäu benötigten Wärme stammte 2011 aus erneuerbaren Energien, der Löwenanteil entfiel dabei mit 15 % auf Holz. Damit liegt das Allgäu sehr gut im Vergleich zum deutschen (11 % erneuerbare Energien) und dem bayerischen Durchschnitt (10 % erneuerbare Energien).

Energieerzeugung Strom

38 % des gesamten benötigten Stroms wurde 2011 aus erneuerbaren Energiequellen im Allgäu gedeckt. Mit knapp 15 % hatte der Solarstrom den größten Anteil. Traditionell spielt die Wasserkraft bei der Stromerzeugung im Allgäu eine wichtige Rolle - der Anteil liegt bei 12,7 %, gefolgt von Biogas (7,4 %) und Windenergie (1,8 %).  Im Allgäu ist der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch fast doppelt so hoch wie im bundesdeutschen Vergleich (20 %). Aber auch bayernweit (31 %) liegt das Allgäu in diesem Punkt deutlich über dem Durchschnitt. Unter den Allgäuer Landkreisen nimmt der Landkreis Ostallgäu mit 79 % die Spitzenposition ein, dank des Forggensee-Kraftwerks und vieler Solarstrom- und Biogasanlagen.

Die Anteile erneuerbarer Energiequellen an der Stromerzeugung im Allgäu teilen sich so auf: Photovoltaik liegt an der Spitze, gefolgt von der Wasserkraft, dann Biogas und die übrigen.

Wie sieht es in den einzelnen Allgäuer Landkreisen mit der Erzeugung des Endenergiebedarfs aus? Welche Anteile sind schon regenerativ?

Das Ostallgäu ist mit einem Anteil von mehr als drei Vierteln (79 %) Spitzenreiter.
Insgesamt ist das Allgäu (mit 38 %) bereits heute besser als der Bayern- oder auch der Bundesschnitt (20 %).