Demenz - bunt und kreativ

Demenzhilfe Allgäu – Gesundheit für alle!

Am 20.07.2017 fand der 3. Fach- und Begegnungstag Demenz in Irsee statt. Bei strahlendem Sonnenschein konnte die Veranstaltung durch Petra Christiansen-Lammel von der Allgäu GmbH eröffnet werden. Herr Dr. Rauheiser, Leiter Bildungswerk Irsee konnte über 155 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Fach- und Begegnungstag 2017 begrüßen. Vom Landkreis Ostallgäu grüßte Herrn Stefan Mohr, Leiter Referat Soziales im Auftrag der Landrätin Zinnecker. Klaus Fischer, Geschäftsführer von der Allgäu GmbH schloss die Eröffnung der Veranstaltung mit Grußworten und einem Ausblick auf die Zukunft der Demenzhilfe Allgäu ab, wo die Projektorganisation zum Ende des Jahres 2017 enden wird.

Der Vormittag des Fachtages war gefüllt mit Impulsen zum Thema Selbstbestimmung. Dieses spannende und wichtige Thema wurde aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Christa Buggele-Wagner, Führungskraft in einem Seniorenheim, stellte z.B. die Selbstbestimmung in der stationären Einrichtung dar. Hier sei die Flexibilität im Tagesablauf gefragt: „Der ehemalige Landwirt möchte um halb fünf Uhr aufstehen und frühstücken während andere Bewohner erst um zehn Uhr aus dem Bett steigen“. 

Beim anschließenden Marktplatz konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Begegnungstags austauschen und inspirieren lassen. Die wirklich beeindruckende Ausstellung „Den Faden verlieren“ von Künstlerin Marie-Luise Anten-Dittmar aus Grünenbach konnte betrachtet werden. Frau Anten-Dittmar hat im Jahr 2015 zusammen mit an Demenz erkrankten Menschen kleinformatige Kunstobjekte aus Garn, Wolle, Fäden, Stoff und Holz gestaltet und in eine Ausstellung zusammengestellt. Außerdem wurde das Thema Selbstbestimmung beim Marktplatz weiter aufgegriffen – in Bild, Wort und Karikatur. Ein Büchertisch mit Fachliteratur und Schmökern, passend zum Thema, wie auch gesunde Leckereien aus Eigenherstellung und Angebote des SingLiesel Verlags umrahmten die Zeit für Austausch und Inspiration.

Nach der gemeinsamen Mittagspause im Freien startete die erste Runde Workshops. Ein buntes Angebot, passend zum Thema der Veranstaltung „Demenz bunt und kreativ“, sprach hier sowohl die Ehrenamtlichen und Angehörigen wie auch die Hauptamtlichen Mitarbeiter in der Demenzhilfe an. Einer der Workshops beschäftigte sich mit „Biografiearbeit mit Herz und Hand, der ressourcen- und körperorientierte Methoden im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen. Zu diesem praxisnahen Thema gab Prof. Dr. Martina Wolfinger, Sozialpädagogin und Gerontologin, sofort umsetzbare Anregungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entdeckten dabei selbst, wie gut man mit Händen kommunizieren kann. Auch Namen bieten wunderbare Möglichkeiten für Gespräche und Austausch von vorhandenen Erinnerungen und Erlebnissen. Zum Thema „Mein Leben mit Demenz – Herausforderungen und Chancen“ sprach Frau Helga Rohra in einem Workshop, die selbst die Diagnose Demenz hat. „Demenz ist nicht das Ende“ nach diesem Motto lebt Frau Rohra und ist international aktiv wenn es um Demenz, um ein Leben mit Demenz geht. Faszinierend und motivierend für die Arbeit in der Demenzhilfe stellt Helga Rohra die Herausforderungen und Chancen des Lebens mit Demenz dar, klare Strukturen und Gedankenstützen z.B. in Form von Listen helfen im Alltag, eine bewusste Ernährung, genügend frische Luft und Bewegung, Aufgaben und Regelmäßigkeiten können, gerade im frühen Stadium, den Verlauf der Krankheit beeinflussen.

Zur Demenz stehen und sich nicht verstecken – sondern aktiv sein ist ein Appell an uns alle!

Nach Begrüßung, Impulsvorträgen, Marktplatz, Mittagessen, Workshops und hoffentlich viel Austausch, Inspiration und Begegnungen wurde die Veranstaltung nach Kaffee und Kuchen um 16:00 Uhr von Petra Christiansen-Lammel von der Demenzhilfe Allgäu beendet, zurückblickend auf einen erfolgreichen Fach- und Begegnungstag 2017.