Preisträger Rammingen

Damit die Abwärme nicht sinnlos verpufft

Energiedorf – so wird Rammingen im Landkreis Unterallgäu genannt. Die „Nahwärme Rammingen GmbH&CoKG“ hat entscheidend dazu beigetragen. „Eine wirklich pfiffige private Initiative, die zeigt, wie man Synergieeffekte zum Wohle aller nutzen kann“, meint eza!-Geschäftsführer Martin Sambale.

Begonnen hatte alles mit dem Bau einer Biogas anlage durch die Familie Bersch, die aus Gülle und Mais Strom produziert. Zudem ging es immer um die Nutzung der Wärme aus dem Blockheizkraftwerk – nahegelegene Häuser wurden damit bedient. Weil aber immer noch reichlich Abwärme übrig war, startete Ludwig Reiber als treibende Kraft der Initiative bei den Anliegern der Dorfstraße eine Umfrage. Und tatsächlich: 19 Hausbesitzer zeigten Interesse am Nahwärmenetz.

Dass die Dorfstraße ohnehin erneuert werden musste, spielte Reiber und seinen Mitstreitern in die Karten. Dadurch ersparte sich die Gesellschaft bei der Verlegung der Leitung viel Geld. Am Ende blieben die Ausgaben sogar unter den kalkulierten Kosten – und früher fertig wurde man auch. Inzwischen heizen die 19 Kommanditisten ihre Stuben mit der Abwärme aus der Biogasanlage. Die Investitionen werden über den Wärmepreis refinanziert – zu einem Preis, der rund 50 Prozent unter dem für Heizöl liegt und so kalkuliert wurde, dass sich die Baukosten in zehn Jahren amortisiert haben.

Bürgermeister Anton Schwele, selbst Bezieher der Nahwärme, brachte es auf den Punkt: „Es macht doch Sinn, dass man die Abwärme einer Biogasanlage nicht ungenutzt verpuffen lässt.“ Preiswürdig und zur Nachahmung empfohlen, lautete auch das Urteil der Jury.