Wildpoldsried - Preisträger EEA 2014

Das Energiedorf, das viel mehr Strom produziert, als es verbraucht

Wildpoldsried gilt deutschlandweit als Vorzeige-Gemeinde beim Einsatz erneuerbarer Energien. Auf dem Weg dorthin sei die Teilnahme am European Energy Award sehr wichtig gewesen, betont Bürgermeister Arno Zengerle. Unter anderem aufgrund des Erfahrungsaustausch mit anderen eea-Gemeinden und weil man sich im eea-Verfahren die Frage stelle: „Wo stehen wir als Gemeinde und wo wollen wir hin.“

Wildpoldsried steht inzwischen sehr gut da. Mit Hilfe von Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft wird fünf Mal mehr Strom erzeugt, als die 2.500 Einwohner verbrauchen. Zudem beteiligt sich Wildpoldsried seit drei Jahren an Forschungsprojekten zum Thema „Smart Grid“. Unter anderem wurde mit einem Speichermanagement für stationäre Batteriespeicher und 30 Elektrofahrzeugen als mobile Speicher im Rahmen des Forschungsprojekts IRENE die Alltagstauglichkeit solcher Systeme getestet. IRENE ist mittlerweile abgeschlossen. Das Projektteam bestehend aus Siemens, RWTH Aachen, Hochschule Kempten und Allgäuer Überlandwerk Kempten hat mittlerweile das Folgeprojekt IRENE2 gestartet.

Ein weiteres Highlight ist die Dorfheizung in Wildpoldsried, an die über 50 Gebäude im Gemeindegebiet angeschlossen sind. Der fossile Brennstoff Öl wird dabei durch Biogas (85 Prozent) und Holzpellets (15 Prozent) ersetzt. Dadurch werden jährlich 900 Tonnen CO2 eingespart. Laut Bürgermeister Zengerle steht der Ausbau des Fernwärmenetzes durch zwei neue Blockheizkraftwerke bevor.

Ein voller Erfolg war der 1. Wildpoldsrieder Stromsparwettbewerb. 67 Haushalte und örtlichen Firmen nahmen an der Aktion teil. Das Resultat: der Energieverbrauch sank über das Jahr gesehen um 90.000 kWh. „Manche Bürger oder Unternehmen haben ihren Stromverbrauch um 45 Prozent gesenkt“, freut sich Zengerle.