5 Tipps für Frischlinge in der Selbstversorgung

Andi Haller besitzt seit einigen Jahren einen Selbstversorgergarten im Kleinwalsertal. Für uns hat er ein paar Tipps zusammengetragen, die für Neulinge in der Selbstversorgung – oder die, die es werden wollen – hilfreich sind.

Tipp 1: Ganz wichtig: Das Thema Mulchen.

"Die Natur kennt keinen offenen Boden". Durch das Mulchen verdunstet wesentlich weniger Bodenfeuchtigkeit und es muss weniger bzw. gar nicht mehr gegossen werden. Außerdem wird das Bodenleben gefördert und gefüttert. Gemulcht wird beispielsweise mit Rasenschnitt, Heu, Laub oder Stroh. Eine Alternative können auch Bodendeckerpflanzen sein. In jedem Fall muss man darauf achten, dass die Beetoberfläche über das ganze Jahr abgedeckt ist – außer natürlich im Frühjahr, damit sich der Boden rasch erwärmen kann.

Tipp 2: Das Mikroklima im Nutzgarten fördern.

Durch das Anlegen eines Teiches oder dem Verbauen von Steinen als gestalterische Elemente, können diese unter Tags die Sonnenwärme einfangen und geben diese langsam an ihre Umgebung wieder ab. Damit kann kühlen Nächten entgegengewirkt werden. Besonders im alpinen Raum nehmen Pflanzen diese Maßnahmen sehr dankbar an.

Tipp 3: Den Nutzen und Aufwand gegenüberstellen. 

Durch eine bewusste Pflanzenauswahl kann der Aufwand mittel- und langfristig sehr niedrig gehalten werden. Das große Stichwort sind hier mehrjährige Gemüsepflanzen wie z.B. Blutampfer, wilde Rauke, Etagenzwiebel, grüner Spargel oder Topinambur. Im Gegensatz zu Kulturgemüse, was eine jährliche Neupflanzung erfordert, empfehlen sich mehrjährige Pflanzen für einen gewissen Teil des Gartens. Sie nehmen minimalen Aufwand in Anspruch, bringen allerdings einen sehr hohen Nutzen und Ertrag für alle Gartenfreunde.

Tipp 4: Die Artenvielfalt im Garten unterstützen. 

Die meisten Gärten sind zu steril und dadurch auch kein attraktiver Lebensraum für Nützlinge. Durch beispielsweise Stein-, Laub-, Altholzhäufen entstehen genau diese wichtigen Lebensräume für  Igel, Ringelnatter, Eidechse und Co. Diese kleinen Gartenhelfer verhelfen langfristig zu einem besseren Erfolg und unterstützen ein ökologisches Gleichgewicht im Garten.

Tipp 5: Alternative Kompostvarianten ausprobieren.

Ob Bokashi, Terra Preta, Flächenkompostierung oder Mulchen. All diese Kompostvarianten sind förderlich, um ein vitales und aktives Bodenleben zu fördern. Versuche mit Terra Preta haben gezeigt, dass Ertragssteigerungen von sogar bis zu 400% möglich sind. Die sogenannte Bokashi-Variante kann dabei helfen, sich die Biotonne zu sparen - da auch gekochte Essens- und Fleischreste in kürzester Zeit erfolgreich zum „Superhumus“ werden. Humusaufbau ist mit Sicherheit eine der wichtigsten Arbeiten im Garten, die noch deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient.

Weitere Infos zu Andi und seinem Selbstversorgungsgarten findet man unter www.narandi.com.