Allgäu Aronia

Aus exotisch wird regional: Die Aronia-Beere im Allgäu. Wir haben die erste Landwirtsfamilie besucht, die im bayerischen Allgäu die Beere anbaut.

Goji, Chia, Cranberries – und Aronia. Das sind die klassischen Superfoods, wie man sie heute kennt. Gesund, exotisch und in jedem gut sortierten Kühlschrank zu finden. Was viele nicht wissen: Aus manch einem Exot wird aber auch ein heimisches Produkt. Die Kartoffel hat es vor Jahrhunderten bereits vorgemacht. Und im Allgäu? Hier zieht die Aronia-Beere ein. Wir waren zu Besuch bei der ersten Landwirtsfamilie im bayerischen Allgäu, die die Superbeere anbaut – und dabei mit ihren vielen Ideen rund um Aronia noch lange nicht am Ende ist.

Die Familie Wörle

Buchloe – nördliches Ostallgäu. Hier macht das Dauergrünland immer mehr Platz für Ackerland. Nach dem Unterallgäu ist das Ostallgäu die Region mit den meisten Betrieben, die Ackerfrüchte erzeugen. Einer dieser Betriebe ist die Landwirtschaft der Familie Wörle.

Die Familie musste in der Vergangenheit - wie viele kleinere Betriebe - die klassische Milchviehwirtschaft aufgeben. Dabei war die Landwirtschaft, eine Herzensangelegenheit von Wolfgang Wörle als gelernter Landwirt, niemals weit weg. So war es dem Zufall zu verdanken, dass die Aronia-Beere ihren Weg zu den Wörles fand: Wolfgang Wörle erkrankte an Diabetes – auf der Suche nach alternativen Fruchtsäften fanden sie dabei die Aronia-Beere. Aroniasaft hält den Blutzuckerspiegel nicht nur im Gleichgewicht – er senkt ihn sogar. Die Suche nach einer Nische und der Chance, die Landwirtschaft wieder aufzunehmen hatte damit ein Ende: Die Aronia-Beere war die Lösung und das Unternehmen Allgäu Aronia war geboren.

Heute bewirtschaftet die Familie mittlerweile 6 ha Bio-Ackerland. Vater und Tochter Franziska sind dabei ein eingespieltes Team

Die Aronia-Beere

Die Aronia-Beere, auch schwarze Apfelbeere genannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wird aber in vielen Teilen Deutschlands bereits angebaut – aus exotisch wird so heimisch. Die zu den Rosengewächsen gehörende Beere erreicht dabei eine Heckenhöhe bis zu 1,80 m. Bereits roh ist sie essbar – der saure-herbe Geschmack der dunkelblauen bis schwarzen Beere ist aber nicht jedermanns Sache. Dabei ist gerade dieser Geschmack das Gesunde an der Beere: Antioxidantien, insbesondere Anthocyane und Procynidine, wirken blutdruckregulierend, dienen dem Zellschutz; auch wird ihnen eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt – wie auch bei der Preiselbeere oder der schwarzen Johannisbeere.

Aronia ist sehr robust und verträgt auch schon mal den ersten Frost. Nur große Trockenheit setzt ihr zu. Erntezeit ist Ende August bzw. Anfang September. Je länger die Frucht am Strauch verbleibt, desto süßer wird sie. Da die Beere ein Naturprodukt ist, schmeckt sie auch jedes Jahr anders - abhängig von den Bedingungen über das Jahr hinweg.

Allgäu Aronia - Produkte

Der von den Wörles produzierte Aroniasaft hat Bioqualität - der Direktsaft hat die meisten gesunden Inhaltsstoffe. Auch Gelee ist im Sortiment, zum einen mit 75% oder zum anderen mit 50% Saftanteil. Neben Saft und Gelee gibt es auch einen Aronia-Likör. Aktuell versucht sich die Familie auch an getrockneten Beeren. Weitere Ideen wären Aronianudeln oder auch eine eigene Eissorte.

Die Wörles setzen bei ihren Produkten auch auf eine enge Zusammenarbeit mit regional ansässigen Betrieben. Die Kelterei Merk in Kleinkitzighofen beispielsweise füllt den Saft ab, die Weichsberger Manufaktur (Allgäu-Markenpartner) ist für das Gelee und den Likör zuständig.

Auch die regionalen Verkaufsorte sind ausgewählt: beispielsweise im Biomarkt in Marktoberdorf, im PurNatur Kempten, im Dorfladen Waal oder auch im Unverpacktladen „Füllwerk“ in Türkheim kann man die Aroniaprodukte kaufen.

So hält die Aronia-Beere, als ehemals exotisches Superfood, Einzug in die Allgäuer Regale – dank der Familie Wörle. Wir finden: Ein gutes Beispiel, das Erfindergeist, Allgäuer Landwirtschaft und nachhaltiges Leben miteinander vereint.

FAQ rund um die Aronia-Beere:

Wann hat die Beere die meisten gesunden Inhaltsstoffe?

Im Rohzustand, gekocht gehen nach und nach und je nach Temperatur die gesunden Inhaltsstoffe verloren

Lässt sich die AroniaBeere einfrieren?

Ja! Im Gefrierschrank reift die Beere sogar noch einmal nach

Kann man die AroniaBeere auch selbst pflücken?

Allgäu Aronia bietet an 3 bis 4 Wochenenden die Möglichkeit für Selbstpflücker. Wild findet man die Beere im Allgäu vermutlich nicht.

Kann ich die AroniaBeere direkt ab Hof kaufen?

Je nach Landwirt. Bei Allgäu Aronia kann man nach telefonischer Absprache gerne vorbeischauen.