Antonia Widmer

Antonia Widmer, Diplom Kulturwirtin (Univ.) ist nach zahlreichen Stationen im In- und Ausland seit 2008 wohnhaft in Kempten im Allgäu, sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach dem Studium der Kulturwirtschaft hat Antonia Widmer knapp 10 Jahre in klassischen Marketing- und Vertriebspositionen der internationalen IT-Branche gearbeitet. Kurz vor der Familienpause leitete sie das europäische Marketingteam im Bereich Wireless Solutions der Firma Compaq EMEA BV. Mit ihrem Umzug nach Kempten ergab sich durch einen Lehrauftrag für Managementkompetenz an der Hochschule Kempten ein neuer Weg, um ihre aktive operative Erfahrung an junge Talente weiterzugeben. Darauf aufbauend entwickelte sie Trainingskonzepte für Industrie und Startups mit dem Fokus auf Präsentationstechniken im nationalen und internationalen Umfeld.

Was zeichnet aus Ihrer Sicht einen guten Pitch aus?      

Ein guter Pitch muss vor allem eines: in positiver Erinnerung bleiben.

Dazu muss er kurz, einprägsam und vor allem relevant für den Zuhörer sein. Nur wenn die Zuhörer die Information, die sie bekommen, für sich als wichtig erachten, werden sie sie auch in Erinnerung behalten. Man muss sein Publikum ernst nehmen, man muss den Zuhörern auf Augenhöhe begegnen und darf sie nicht mit zu viel Details langweilen.

Ein guter Pitch ist keine Performance, ein guter Pitch ist eine überzeugende Einladung zu einem Dialog.

Auch in digitalen Zeiten ist Pitching häufig etwas sehr Persönliches, wie präsentiert man eine digitale Geschäftsidee spannend und mitreißend?          

Ein gutes Pitching ist immer persönlich. Es lebt von der Authentizität und der unbedingten Überzeugung von einem Produkt, einer Dienstleistung oder einer Vision.

Ein wirkungsvoller Pitch muss in der Vorbereitung immer beim Kundennutzen beginnen. Am Anfang steht die Frage: welches Problem meines Kunden löst mein Angebot? Und diese Antwort ist letztendlich der grundlegende Inhalt des Pitchs.

Spannung und Dynamik erreicht man durch eine passende Struktur und rhetorische Feinheiten. Selbstverständlich spielt auch die Art und Weise des Vortrags eine sehr große Rolle. Dabei schließt sich wieder der Kreis zum „Persönlichen“: wenn das Herzblut des „Pitchenden“ spürbar wird, wenn der Wille zur Lösung eines Kundenproblems in jedem Wort wahrgenommen wird, dann kann das Publikum sich dem nur schwer entziehen.

Dabei ist es dann nicht wirklich relevant, ob die Geschäftsidee digital oder analog ist.

Kann man Pitchen und Präsentieren überhaupt lernen? Wie begleiten Sie Ihre Kunden?

Selbstverständlich! Sogar sehr gut.

Zum einen ist vieles davon tatsächlich sehr gut auf theoretischer Ebene erklär- und vermittelbar. Aufbau, Struktur und Rhetorik sind ja kein Hexenwerk. Die Wirkungsweise bestimmter Stilmittel ist seit der Antike bekannt und sie begegnen uns tagtäglich. Es geht eher darum, hier die Antennen zu schärfen: was wirkt warum und wie? Wie ordne ich Argumente an? Welche Geschichte möchte ich erzählen und was will ich am Ende damit erreichen? Wie erkläre ich konkret und nachvollziehbar? Woher weiß ich, was meine Zuhörer erwarten? Brauche ich mediale Hilfsmittel und wenn ja, welche sind sinnvoll? Und vieles, vieles mehr.

Dann kommt dazu schlichtweg praktische Übung. Je öfter Sie sich in der Position befinden, vor Publikum zu sprechen und je besser Sie sich darauf vorbereitet haben, umso besser wird es gelingen. Die harte Arbeit und Übung sind uns nur oft nicht bewusst, weil wir im Alltag gute Redner als lässig, entspannt und spontan wahrnehmen. Dass aber auch bei diesen „begnadeten Rednern“ viel Vorbereitung, Zeit und Energie investiert wird, machen wir uns selten bewusst.

In meinen Coachings ist mir wichtig, die Teilnehmer (ob einzeln oder in der Gruppe) wirklich zu begleiten und durch wertschätzendes und fundiertes Feedback zu unterstützen. Das kann für ganz spezifische Redeanlässe sein, bei denen ich dann in der Tat auch inhaltlich unterstütze oder ganz allgemein eine Verbesserung des öffentlichen Sprechens vor Publikum. Es geht mir in erster Linie darum, die eigene, ganz individuelle Rednerpersönlichkeit zu entdecken und in praktischen Übungen zu schärfen. Dogmatik hat bei dem Thema Präsentation meiner Ansicht nach wenig Platz. Es geht um Authentizität – dabei ist es nicht wichtig, bestimmten Do’s oder Don’t s zu folgen.

Durch die Tatsache, dass ich selbst viele Jahre vor großem Publikum präsentiert habe und es immer noch tue, kann ich „aus dem Nähkästchen plaudern“ und mich mit vielen Ängsten und Fragen meiner Kursteilnehmer identifizieren. Rhetorik, die Kunst des Storytellings und aktuelle Ergebnisse der Kommunikationsforschung liefern mir zusammen mit meiner internationalen Erfahrung im Coaching und Training das geeignete Fundament, um den unterschiedlichsten Persönlichkeiten zur Seite stehen zu können und sie in ihrer Kommunikation erfolgreicher zu machen.

Kontakt Antonia Widmer 

Antonia Widmer - Communication Training Coaching
www.widmer-marketing.de