Angekommen

Auf ins Allgäu

Es ist so weit, ich bin angekommen. Im Allgäu. Ganz oder gar nicht war die Devise und deshalb hieß es für die Jobchallenge von Stralsund gut 1000 km weiter südlich ins Allgäu ziehen.

Die Herausforderung, 30 Jobs in 180 Tagen, kann losgehen. Hopping kann ich. Und das ging direkt bei der Anreise los. Es galt auf dem Weg in den Süden so viel Familie wie möglich Tschüss zu sagen. Meine Familie ist ziemlich klein, das ging also schnell. Den Freunden Tschüss sagen war da wesentlich schwieriger. Habe ich also einfach nicht gemacht. Abschiede sind nicht mein Ding, ich seh' sie ja sowieso, wenn sie mich besuchen kommen (haben sie versprochen). Und weil ich auf Instagram unter @jobchallengeallgaeu praktisch Tagebuch führe, bin ich so gesehen auch nicht wirklich weg. Schaut mal vorbei, wenn ihr teilhaben wollt an allem, was es nicht auf den Blog schafft. Wird spannend. Ist sich zumindest meine Mutter sicher.

Straight outta Hessen   

Zurück zur Familie. Los ging’s direkt in Stralsund, Papa Tschüss sagen, der mich für die Challenge mit einem “straight outta Hessen”-shirt ausgestattet hat (geniales Shirt, zeig ich euch noch). „Als Glücksbringer, damit du deine Wurzeln nicht vergisst”, meint er. Würde ich niemals. Aber vielleicht zusätzliche Wurzeln wachsen lassen?

Quer durch Deutschland

Erster Stopp in Hamburg und Mama gibt mir neben neuen Schuhen und reichlich Proviant auch noch zwei neue Hosen aus “damit du was Anständiges zum Anziehen hast”. Danke, Mami. Weiter nach Frankfurt zu den Großeltern, die geben mir neben selbstgemachter Marmelade, Salat und Äpfeln aus dem Garten noch eine Menge gute Ratschläge mit.

Bergblick von meinem Balkon

Bevor es zum letzten Streckenabschnitt geht, sammle ich meinen Freund im Rheingau ein. Der kommt mit. Ursprünglich wusste er sogar bevor ich für die Jobchallenge ausgewählt wurde, dass er ins Allgäu geht. Vielleicht Schicksal, zu mindestens aber ein ganz toller Zufall. Auch hier sorgen sich die Eltern sehr um uns: es gibt neben Tassen, die uns an den letzten Urlaub an der Ostsee erinnern und Spezial-Balsamico aus der Region noch jede Menge Käse mit auf den Weg (wichtig: Ich liebe Käse). Im Nachhinein eine mittelgute Idee. Der Käse war für die Autofahrt klasse, für die Luft im Auto weniger und vor allem, so die Vermieterin unserer Ferienwohnung, auf die wir am Abend treffen, Quatsch, weil “ wieso kommt man mit Käse ins Allgäu?” Stimmt. Na ja. Er war trotzdem lecker. Und psst. in Brotdose verpackt merkt keiner, dass der Käse Ausländer ist.

Wir sind angekommen.

Nach viel Käse, vielen Kilometern und noch mehr Kisten, die es auszupacken gäbe, beschließen wir erstmal nichts zu tun außer anzukommen - in der ersten Ferienwohnung, die wir für die nächsten zwei Wochen unser Zuhause nennen. Die ist übrigens direkt am Berg und schenkt uns damit den genialsten Blick aus dem Fenster (oder besser: den schnellsten Aufstieg in die Berge). Die Kisten bleiben übrigens im Auto. Das hält die Wohnung ordentlich und schlecht werden sie auch nicht, vor allem weil wir 14 Tage später weiter in eine neue Ferienwohnung ziehen. Wenn schon (Job)Hopping, dann aber richtig.

Im Allgäu angekommen

Die ersten Tage in der neuen Heimat waren dann ein Kulturschock der schönsten Art: Von neuen Vokabeln wie Semmeln und Schmarrn (zumindest neu für den Hessen an meiner Seite), über Kühe auf den Straßen, denen Autos und Fußgänger relativ egal sind, Augustiner-Bierflaschen als Nettigkeit im Klamottenladen und natürlich Weißwurst-Frühstück, war alles dabei. Und auch in Bezug auf das Jobopping gab es die ersten vorbereitenden Highlights. Ich wurde unglaublicherweise für den Zeitraum der Jobchallenge mit dem Elektro-Auto der Hochschule Kempten ausgestattet. Eine Ladekarte gab es vom AÜW als Geschenk dazu und um das ganze elektrifizierte Fahren auszuprobieren, bin ich gleich mal zur Outdooractive Konferenz nach Immenstadt gefahren. Was ich hier erleben durfte, habt ihr vielleicht schon in meiner Instagram-Story sehen können. Mehr darüber erfährt ihr bald auf dem Blog. Nur so viel: Ich war klettern und Sommerrodelbahn fahren. Und was ich auch noch verraten kann: wenn das so weitergeht werde ich in 30 Wochen ein richtiges Problem haben, wenn ich mich dann der Frage stellen muss: wie geht’s weiter?

Erstes Fazit zum Allgäu: Hier ist es schön, hier will ich bleiben. Was ich vorher nur vermuten konnte, ist jetzt Realität. Hoffe ich. Bitte nicht aufwachen – rede ich mir täglich ein. Und freue mich seitdem täglich auf’s Einschlafen, einfach weil so der nächste Tag schneller beginnt und damit so viel Spannendes.

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

Folgen Sie Annabelle auf: