Bohrgeräteführer

Max Wild – Zwischen Bauhelm, Matsch und Bohrmaschinen

Job 25: Bohrgeräteführer bei Max Wild, Berkheim

Neue Woche, neuer Job und ein neuer Bauhelm in der Sammlung meiner Jobchallenge-Souvenirs. Für mich geht es wieder nach draußen (juhu), denn die steigenden Temperaturen im Allgäu machen den Weg frei für eine Reihe von Bodenbaumaßnahmen. Das ist besonders relevant für meinen nächsten Job, bei dem wir in den Erdboden bohren.  Ich teste nämlich den Beruf des Bohrmeisters für Horizontalbohrtechnik und Bohrgeräteführer bei Max Wild, das ein innovatives Familienunternehmen aus Berkheim mit 520 Mitarbeitern ist und sich in ihrem breiten Leistungsspektrum unter anderem auf Abbrucharbeiten, Tief-und Erdbau, Horizontalbohrtechnik und Rohrleitungsbau spezialisiert haben. In dem Bereich in dem ich arbeiten werde, die Bohrtechnik, ist Max Wild sogar führender Spezialist in Europa.

Horizontalbohrtechnik für Laien wie mich:

Aber was bedeutet Horizontalbohrtechnik überhaupt? Diese Technik bezieht sich zum Beispiel auf das Bohren von Trassen durch den Erdboden (um Strom-, Wasser-, oder Gasleitungen verlegen zu können). Der besondere Vorteil an Horizontalbohrungen ist, dass der Boden nicht aufgebrochen werden muss. Das ist also wesentlich günstiger und schützt gleichzeitig die Umwelt und den natürlichen Lebensraum vieler Lebewesen. Die Aufgabe des Bohrgeräteführers ist es, wie der Name schon sagt, den Bohrer, mit dem die Trasse (also der geplante Verlauf der Leitungen) in den Erdboden gebohrt werden soll, zu führen. Und das schaue ich mir an.

Los geht es auf einer Baustelle in Wessobrunn. Hier soll eine neue, drei Kilometer lange Wasserleitung unter dem Erdboden verlegt werden und bevor wir in den Boden bohren dürfen, hat ein Team aus Ingenieuren, Planern und Tiefbauern bereits das Bohrvorhaben geplant, den Boden vorerkundet, also zum Beispiel Fremdleitungen und andere Hindernisse geortet, die Beschaffenheit des Bodens überprüft und einen Streckenverlauf vorgegeben.

Pilotbohrung und was mit der freigebohrten Erde 

Am Anfang steht dann die so genannte Pilotbohrung, die erfolgt von der Startgrube aus auf einer genau berechneten Route durch das Erdreich. Diese Startgrube müssen wir erst einmal ausheben und das machen wir, wie es sich für eine Baustelle gehört, mit dem Bagger. Dann kommt die Bohranlage zum Einsatz, die mit einem extrem massiven Bohrkopf ausgestattet ist, der sich mit viel Druck durch die Erde dreht. Das Besondere: Der Bohrkopf hat drei Düsen, durch die Wasser gespült wird. Die Drehung des Bohrers wird dann mit Wasserdruck kombiniert und sorgt dafür, dass die Erde, die durch den Bohrer gelöst wird, unmittelbar danach über die Spülung aus dem Boden in die Startgrube gespült wird.

Der Bohrkopf ist mit dem Bohrgestänge verschraubt, das von der Bohranlage in den Erdboden getrieben wird. Sobald das erste Gestänge im Erdreich ist, wird ein weiteres Gestänge angeschraubt. Dieser Vorgang wiederholt sich bis die Bohrung fertig ist.  Dabei ist das Gestänge so flexibel, dass sogar Richtungsänderungen im Verlauf der Bohrung möglich sind.

Und woher weiß man, wo sich der Bohrer jetzt befindet? Durch eine Sonde. Die steckt unter der Erde im Bohrkopf und sendet Signale an ein Empfängergerät. Dieses hat der Bohrgeräteführer in der Hand und kann damit oberhalb des Erdbodens die Lage des Bohrers kontrollieren. Diese Aufgabe übernehme ich, laufe dem Bohrfortschritt mit dem Empfängergerät hinterher und könnte damit gleichzeitig auch Hindernisse wie Kabel, Leitungen oder auch Baumwurzeln finden, die wir dann umfahren müssten.  

Letzter Schritt: Aufweitbohrung und Einzug der Wasserrohre

Wenn das Pilotloch in dem Sinne gebohrt wurde, wird im nächsten Arbeitsschritt das Loch auf den benötigten Durchmesser aufgeweitet. Das geschieht in der entgegengesetzten Richtung mithilfe eines Aufweitbohrkopfes. Dieser hat einen größeren Durchmesser als der vorherige Bohrkopf und an ihm können nun die Wasser-Rohre befestigt werden, die wir durch die Leitung verlegen wollen. Die Bohranlage zieht dann dieses gesamte Bohrgestänge zurück, weitet das ursprüngliche Loch auf den gewünschten Durchmesser und verlegt gleichzeitig die Wasserrohre. Damit ist das Bohrvorhaben im Prinzip fertiggestellt.

In unserem Fall soll die Trasse drei Kilometer lang werden und das wird einige Wochen in Anspruch nehmen. Wie genau dieses Zurückziehen der Wasserleitungen durch den Aufweitbohrkopf dann aussieht, muss ich mir also unbedingt ansehen, wenn es soweit ist. Bis dahin geht es für mich auf zum nächsten Job und ich freue mich auf das Endergebnis (dann bei wärmeren Temperaturen).

JOBCHECKLISTE
Für wen ist dieser Job geeignet:
für Teamplayer, die Lust auf einen abwechslungsreichen und verantwortungsvollen Job an der Luft haben und große Geräte steuern wollen.
Was muss man mitbringen:
technisches Interesse, körperliche Belastbarkeit und guter Reaktionsfähigkeit.
Vor was darf man keine Angst haben:
Matsch, Kälte und davor, große Bohrgeräte zu steuern.
Absolutes Highlight des Jobs: 
die Startbohrung in die Erde.
Tagesaufgaben in Stichworten:
Startgrube ausheben, Bohrgerät starten, mit Empfänger-Gerät in der Hand die Position des Bohrkopfes und damit auch den Verlauf der Trasse überprüfen, Bohrgerät bedienen.


 
ÜBER DAS UNTERNEHMEN

 Leutkircher Str. 22
 88450 Berkheim

ZU DEN STELLENANGEBOTEN
http://www.maxwild.com/index.php?url=meta/jobs

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

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