Das Allgäu ist mein HAPPY PLACE

... berichtet Verena nach 3 Monaten Praktikum vor Ort. Ein inspirierender Erfahrungsbericht:

Als echter Schwabe und stolze Stuttgarterin bin ich diesen Sommer voller Vorfreude ins Allgäu gezogen und wusste, ich werde nicht enttäuscht. Als Skifahrerin und Bergliebhaberin war ich bereits öfter, als ich zählen kann hier. Die malerische Landschaft und die gastfreundlichen Wirte in den Bergen - das hat mir schon immer sehr gefallen. Ich konnte mir jedoch wenig unter dem Wirtschaftsstandort Allgäu vorstellen, ehe ich herkam.

Als Stuttgarter ist man verwöhnt von großen Unternehmen mit großartigen Karrierechancen, die auch immer Fachkräfte suchen. Der Wohlstand den diese Firmen in die Stadt gebracht haben, beflügeln die Stuttgarter regelrecht. Die Innenstadt floriert. Es entstehen immer neue Läden und gastronomische Extravaganzen. Die Stuttgarter sind stolz darauf, wie multikulturell die Region geworden ist.

Stolz sind auch die Allgäuer - habe ich festgestellt. Stolz auf ihre Region, ihre Geschichte und ihre Produkte. Nach drei Monaten Praktikum in der Allgäu-Metropole Kempten kann ich sagen: zu Recht! Ich habe viel über regionale Produkte, das Allgäuer Braunvieh und die Wirtschaftslage des Allgäus gelernt und ich bin begeistert.

Während Stuttgart seit Jahr und Tag das Image als Automobil- und Maschinenbaustadt hat, dreht das Allgäu gerade sein Image. Es ist nicht mehr nur eine Urlaubsdestination mit vielen Rindern. Coworking Spaces, Start-up Center und Branchen wie Softwareentwicklung und Design  florieren gerade zu.

Ich war so oft im Allgäu und ich habe nur den touristischen Teil gesehen. Die Möglichkeiten, die man hier hat, sobald man hier lebt, sind großartig. Meine Freizeitaktivitäten haben sich deutlich in die Natur verlagert. Zuhause habe ich viel Zeit in der Stadt verbracht: Theater, Museum, Bars und Clubs. Viel spielte sich in der Innenstadt ab und an großen Locations, wo viele Leute sind. Im Allgäu habe ich gelernt, meine Kopfhörer öfter einmal auszuschalten und die Ruhe und das Läuten von Kuhglocken zu genießen. Es hört sich so kitschig an, wie es ist. Ich finde es großartig. Während im Urlaub Wanderungen lang geplant werden, laufe ich jetzt los und vertraue darauf, dass der vorgetrampelte Weg schon am Gipfel ankommt. Ich fühle mich wohler in der Natur.

Ich habe schon immer Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität gelegt. Deswegen habe ich mich auch auf dieses Praktikum gefreut. Ich habe gehofft, mehr darüber erfahren zu können. Ich wurde in meiner Hoffnung nicht enttäuscht. Während meines Praktikums habe ich viel über das Allgäuer Braunvieh, geschützte Allgäuer Käsesorten, Superfood und Direktvermarktung gelernt. Ich kaufe mittlerweile nur noch in Hofläden und an deren Automaten tierische Produkte ein und achte generell sehr darauf, dass meine Lebensmittel aus dem Allgäu stammen. Das charmante am Allgäu und seinen Bewohnern ist, dass sie nicht nachhaltig sind, weil es gerade In ist, sondern weil man schon seit drei Generationen bei diesem Hof einkauft. Diese Konstanz und der familiäre Umgang miteinander machen für mich den Allgäuer Charakter aus. 

Ich habe viel gelernt und viel erlebt. Auch wenn ich mich unheimlich auf meine Heimat im Kessel freue, wird mir das Allgäu sehr fehlen. Weil das Allgäu so wunderschön ist und drei Monate nicht reichen, um alles gesehen zu haben, spiele ich mit dem Gedanken nach dem Studium ins Allgäu zu ziehen. Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen!