Die „Allgäuer Bäcker“: Wir backen für die Region

Die „Allgäuer Bäcker“ – ein aus 22 Allgäuer Bäckerinnen und Bäckern entstandener Verein hat sich den Markenwerten des Allgäus verpflichtet und steht dabei auch stark für eines – Regionalität. Gemeinsames Ziel ist es, das Bäckerhandwerk im Allgäu mit seiner langen Tradition zu stärken, das Kulturgut Brotvielfalt zu fördern und auch dem Fachkräftemangel entgegen zu treten. Dafür erhalten die „Allgäuer Bäcker“ auch Fördermittel aus dem Förderprogramm LEADER. Doch welche Rolle spielt heute die Regionalität im Bäckerhandwerk?

Eine Große, wenn man sich vor Augen führt, dass knapp die Hälfte der täglich verkauften Backwaren tiefgekühlte Teiglinge sind. Bevor diese ihr Ziel erreichen, haben sie meist schon tausende Kilometer Transportweg hinter sich. Von Großkonzernen zentral hergestellt, in Zwischenlagern aufbewahrt und anschließend in Bäckereien, Tankstellen, Supermärkten und Cafès verkaufsfertig gemacht, gelangen sie irgendwann in die Hände der Verbraucher. Um die tiefgefrorenen Industriebrötchen aufzubacken, werden keine entsprechenden Fachkräfte mehr gebraucht, sondern lediglich Öfen und Automaten für die Ausgabe der Backwaren an den Kunden. Dieser erhält dabei auf Knopfdruck die gewünschte Backware. Doch was steckt drin in den ofenfrischen Brötchen? Zusatzstoffe, Backmittel und Enzyme. Bis zu 200 Hilfs- und Zusatzstoffe sind im Backgewerbe für die industrielle Teigherstellung zulässig und dienen dazu, das fertige Produkt besser aufgehen zu lassen und es knuspriger, haltbarer und gebräunter zu machen.

Grund genug, sich erneut zu fragen: Welche Rolle spielt die Regionalität im Bäckerhandwerk? Die „Allgäuer Bäcker“ haben hier schnell eine Antwort.

Sie setzen auf Familienrezepte, althergebrachte Backweisen, hochwertige und natürliche Zutaten sowie lange Teigreifezeiten. Industriell gefertigte Teiglinge sind in den Backstuben tabu. Durch den Zusammenschluss der „Allgäuer Bäcker“ werden traditionelle Gebräuche des Allgäuer Bäckerhandwerks bewahrt und der Erhalt regionaler Gebäckspezialitäten gestärkt. Unter Tradition fällt z.B. die überlieferte Backkunst, zu der beispielsweise auch der bäckereigene Sauerteig gehört.

Durch die regionale Vernetzung und Zusammenarbeit macht man sich stark gegenüber der wachsenden und billiger produzierenden Konkurrenz, die einen starken Druck auf traditionelle Bäckereien ausübt.

Ein „Allgäuer Bäcker“ wird man nur, wenn man bestimmte Kriterien erfüllt. Voraussetzung ist, dass der Standort bzw. die Produktion im Allgäu liegen. Gemeinsames Bestreben ist es, so weit als möglich Zutaten aus dem Allgäu und der Umgebung zum Backen zu verwenden. Auch eine gemeinsame wichtige Leitlinie zum Thema Fachkräfte wurde vereinbart: Fort- und Weiterbildungen der eigenen Mitarbeiter sowie übertarifliche Ausbildungsvergütung sind weitere Bestandteile des Kriterienkatalogs. Auf der Internetseite www.der-allgaeuer-baecker.de sind alle 22 Bäcker des Allgäuer Markenpartners mit den gemeinsam erarbeiteten Kriterien und Beweggründen zu finden.

Damit stärkt jeder einzelne Bäcker die regionalen Wirtschaftsstrukturen, die Wertschöpfung vor Ort und schafft so schlussendlich einen Nutzen für die gesamte Region. Für jeden, der sich bewusst für regionale und naturbelassene Lebensmittel entscheiden möchte und traditionelles Handwerk sowie faires Wirtschaften zu schätzen weiß.