Software-Entwickler und Servicetechniker

MAHA: Hebebühnen und Prüfstände erwachen zum Leben

Job 26: Software-Entwickler oder Servicetechniker bei MAHA, Haldenwang

Für meinen nächsten Job heißt es wieder Programmieren. Wer sich erinnert: Programmieren war ursprünglich ein großes Mysterium für mich, wurde während der Challenge (als Programmierer bei Werbewind) dann schon einmal besser und jetzt bin ich endlich bereit, mit der Programmiersprache Frieden zu schließen. Und dafür geht es als Software-Entwicklerin zu MAHA nach Haldenwang.

MAHA steht für Maschinenbau Haldenwang, ist im Bereich der Prüf- und Hebetechnik tätig und ist weltweit der leistungsfähigste Hersteller von Fahrzeugprüfständen (Für Laien wie mich: Prüftechnik bezieht sich auf Produkte, die z.B. zum Prüfen der Verkehrstüchtig- und leistungsfähigkeit von Fahrzeugen aller Art genutzt werden und Hebetechnik betrifft insgesamt 12 Familien von Hebebühnenbaureihen zur Durchführung sämtlicher verschiedenartig gelagerten Arbeiten am Fahrzeug). Das Unternehmen baut also Produkte (Prüf- und Sicherheitstechnik, Fahrwerks- und Hebetechnik sowie Leistungsprüfung, Diagnose- und Abgasmesstechnik) für z.B. Kfz-Werkstätten und Prüfungsorganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS usw. und vertreibt diese in über 150 Ländern der Erde.

Was hat Software mit Hebebühnen zu tun?

Und wieso teste ich in einem solchen Unternehmen ausgerechnet den Software-Entwickler? Na, habt ihr euch schon mal überlegt, wie und warum Hebebühnen und Prüfstände eigentlich funktionieren und woher die Hebebühne weiß, dass sie rauf – oder runterfahren soll und wo sie stoppen soll? Das weiß sie durch die Software! Und woher weiß die Rolle zur Ermittlung der Bremsleistung, in welche Richtung sie drehen soll und was der Prüfstand alles messen soll? Auch durch die Software! Ich merke schon, da steckt wesentlich mehr drin als ich dachte.

Hebebühne: Die Hochzeit von Hard – und Software

Ein Produkt wie die Hebebühne besteht also aus Hardware (das Stahl-Gebilde an sich) und aus Software und beides muss entwickelt werden, bevor die Hebebühne auf den Weltmärkten eingeführt werden kann. Was ich mir unter Software-Entwicklung vorstellen kann, erklärt mir Karl-Heinz, Software-Entwickler bei MAHA, so, dass ich es tatsächlich verstehe.

Mein Arbeitsbereich: eine Testhalle der Software-Entwicklung, in der an der Software für neue Prüfgeräte und Hebebühnen gefeilt wird und dann direkt an den Hebebühnen und Prüfständen in der Halle getestet werden kann. Da ich nicht programmieren kann, fangen wir mit einem Crash-Kurs zur Systematik hinter Programmiersprachen an.

Logische Abläufe statt ausschließlich hochkomplexer Programmiersprache

Im Prinzip ist die Grundlage nämlich gar nicht so komplex. Eine Hebebühne kann verschiedene Zustände haben oder einnehmen und zwischen den Zuständen wechseln. Meine Aufgabe als Software-Entwickler besteht erst einmal darin, die möglichen und erwünschten Zustände der Hebebühne festzulegen, die Abhängigkeiten dieser voneinander zu bestimmen und zu entscheiden wann, wie und zwischen welchen Zuständen sie wechseln soll. Zum Schluss male ich das alles in eine Art Ablaufdiagramm und damit wäre die wirklich komplexe Arbeit erledigt.

Das Programmieren an sich ist am Ende dann nur noch ein Übersetzen der Zustände und Bedingungen auf Programmiersprache. Um ein guter Programmierer werden zu können, muss man also in erster Linie logisch denken können, die Programmiersprache lernt man dann im Studium.

Und weiter geht es vom Computer direkt wieder zurück zur körperlichen Betätigung (hatte ich erwähnt, dass ich diese Abwechslung liebe?). Während ich bei MAHA als Software-Entwickler dafür gesorgt habe, dass Hebebühnen hoch- und runterfahren, darf ich die Hebebühne am nächsten Tag als Servicetechniker bei AutomoTec montieren und aufbauen.

AutomoTec ist nämlich ein Tochterunternehmen und gleichzeitig der werkseigene Servicedienstleister von MAHA, bei denen ich bereits als Software-Entwickler Maschinenbau-Luft schnuppern durfte. Während die Produkte bei MAHA entwickelt und gebaut werden, übernimmt AutomoTec dann im Anschluss den kompletten Service für diese Produkte, also das Montieren, Einbauen und Inbetriebnehmen einschließlich Kallibrierung bzw. Stückprüfung vor Ort beim Kunden. Und genau das mache ich heute auch.

In Leutkirch angekommen steht vor mir ein Container, wie ich ihn von den großen Handelsschiffen in Hamburg kenne (oder wie sie von LKWs durch Deutschland gefahren werden). Der Clou: Dieser Container ist eine mobile Prüfstation, die sich per Knopfdruck komplett ausfährt und eine komplette Pkw-Hauptuntersuchung, wie sie in Deutschland §29 StVZO vorschreibt, ermöglicht.

Kurze Einführung in die Begrifflichkeiten (weil mir völlig unbekannt):

Prüfstation? Ja richtig, habe ich mich auch gefragt. Prüfstationen werden für Prüforganisationen wie den TÜV gebaut, mit denen dann alle notwendigen Fahrzeug-Überprüfungen/-Überwachungen vorgenommen werden können. Jeder, der mit seinem eigenen Auto schon einmal beim einer HU (Hauptuntersuchung) war, kennt bestimmt die roten Rollen, zwischen die der Prüfingenieur zuerst mit der Vorder- und dann mit der Hinterachse fährt um dann die Bremskraft zu ermitteln. Diese roten Rollen sind zum Beispiel auch im Container verbaut und ermöglichen eine Bremsprüfung überall und zu jeder Zeit, einfach weil der Container per LKW und Schiff durch die Welt geschickt werden kann und mit eigenem Stromerzeuger autark funktioniert. In unserem Fall wurde der Container von den Servicetechnikern aufgebaut, verschweißt und muss im letzten Schritt abgenommen werden, bevor er –wie in dem Fall – im Ausland in Betrieb genommen werden kann. Wie der Container aussieht, bevor er abgenommen werden kann, erfahre ich bei einem Rundgang durch die Halle und staune nicht schlecht: Er besteht aus vielen Einzelkomponenten, die dann Stück für Stück zusammengeschweißt, montiert und verschraubt werden. Patrick, der Servicetechniker, der mich heute begleitet, ist gelernter Industrie-Mechatroniker. Er kann also sowohl die mechanischen Bestandteile als auch die elektronischen Bestandteile montieren, verbauen und zusammenführen und kennt sich inzwischen besser mit dem Container aus, als jeder andere. Deshalb hört sein Aufgabenberiech nicht mit der Fertigstellung des Containers auf (das wäre verschenktes Potenzial), sondern reicht dann bis zur Wartung und Instandhaltung, sobald der Container beim Kunden vor Ort im Einsatz ist.

Servicetechniker: Als Multitalent auf der ganzen Welt unterwegs

Als Servicetechniker montiert und baut man also nicht nur vor Ort beim Kunden und in Deutschland, sondern rückt vor allem auch dann aus, wenn eine Wartung oder Reparatur beim Kunden ansteht. Und während Patrick mir das erzählt, strahlt er. Dadurch sei er ständig unterwegs, sieht die Welt, hätte nie Langeweile, und führe die unterschiedlichsten Aufgaben aus. Das bringe großen Spaß. Und das glaube ich ihm aufs Wort. Vor allem, weil auch die Aufgaben nie die Gleichen sind.

Mancher Kunde benötigt nur eine kurze Einweisung, ein anderer braucht ein Ersatzteil, der nächste wiederrum wünscht sich mehrtägige Schulungen und immer ist der Servicetechniker gefragt. Das gäbe ihm ein gutes Gefühl. Einerseits, weil er gebraucht werde, andererseits auch, weil er sich so gut mit dem Produkt auskenne, dass er für jedes Problem eine Lösung parat hätte, extrem schnell reagieren könne und das natürlich im Endeffekt auch bei den Kunden im Sinne von MAHA punkten würde. Das führt nicht selten zu Folgeaufträgen. Erfahrungen im Ausland zu sammeln und gleichzeitig geschätzter Problemlöser zu sein – ich wäre dabei.

JOBCHECKLISTE
Für wen ist dieser Job geeignet:
Für jeden, der selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten will, ein Faible für Technik hat und unmittelbar am Entwicklungsprozess beteiligt sein möchte.
Was muss man mitbringen:
idealerweise eine technische Ausbildung in den Bereichen Mechatronik, Elektronik oder Mechanik, Belastbarkeit und Freundlichkeit.
Vor was darf man keine Angst haben:
Stresssituationen.
Absolutes Highlight des Jobs:
Die Tatsache, dass eine gesamten Produkte überall in die Welt zum Einsatz kommen.
Tagesaufgaben in Stichworten:
Einzelteile verbohren, verbauen und montieren. Prüfsysteme in der Station testen, Fehler beheben, Optimierungen vornehmen oder im Einzell Fall auch einen Container versandbereit übergeben.


Und wer lieber eine Hebebühne durch Programmierung zum Leben zu erweckt, denn ist echt ein cooles Gefühl, der sollte sich überlegen Software-Entwickler bei MAHA zu werden. Denn eines ist sicher: Ab jetzt werde ich einige scheinbar automatisch arbeitenden Geräte mit ganz anderen Augen betrachten.
 

JOBCHECKLISTE
Für wen ist dieser Job geeignet:
Für jeden, der Lust auf technische Herausforderungen hat, Spaß an der Arbeit am Computer mitbringt und selbstständig arbeiten will.
Was muss man mitbringen:
Studium der Fachrichtung Informatik (alternativ auch Elektrotechnik, Mechatronik oder Mathematik), logisches Denkvermögen und eine strukturierte Arbeitsweise
Vor was darf man keine Angst haben:
vor großen Maschinen
Absolutes Highlight des Jobs:
Dass sich die Hebebühne am Ende tatsächlich bewegt.
Tagesaufgaben in Stichworten:
Zustände, Bedingungen und Anweisungen für das zum Leben zu erweckende Produkt überlegen, programmieren, auf die Platine der Produkte übertragen und ganz große Maschinen zum Leben erwecken.

ÜBER DAS UNTERNEHMEN
MAHA Maschinenbau Haldenwang GmbH & Co. KG
Hoyen 20
87490 Haldenwang

ZU DEN STELLENANGEBOTEN
http://www.maha.de/stellenangebote.htm?rdeLocaleAttr=de

 

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

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