Projektleiter für Schlüsselfertigbau

Geiger: Zwischen Baustelle, Büro-Container und zukünftigem Traum-Wohnort

Job 17: Projektleiter für Schlüsselfertigbau bei Geiger, Oberstdorf

Ich habe ein großes Fragezeichen im Kopf, als ich die Beschreibung des Jobs lese. Geiger kenne ich von allerhand Plakaten und Baustellen, die mir auf dem Weg durch das Allgäu begegnen. Was jetzt aber der Projektleiter Schlüsselfertigbau macht, bleibt zu klären.

Was steckt hinter dem Unternehmen Geiger?

Geiger ist ein in dritter Generation geführtes Familienunternehmen mit Hauptsitz in Oberstdorf und über 2000 Mitarbeitern an 50 Standorten im und um das Allgäu herum. Die Geiger-Unternehmensgruppe liefert, baut, saniert und entsorgt für Kunden aus den Bereichen Infrastruktur, Immobilien und Umwelt und gehört zu Deutschlands besten Ausbildungsbetrieben. Für meinen Job geht es nach Waltenhofen, genauer nach Hegge, auf eine Baustelle, auf der über 180 neue Wohneinheiten direkt an der Iller entstehen. Dort arbeiten die Projektleiter für die Zeit des Baus in Baucontainern und genau hier startet auch meine Zeit als Projektleiter Schlüsselfertigbau.

Schlüsselfertigbau – was bedeutet das?

Im Schlüsselfertigbau wird das Bauprojekt soweit durch Geiger gebaut und fertiggestellt, dass der Käufer bei Bauabschluss den Schlüssel in die Hand bekommt und direkt einziehen kann. Der Projektleiter plant das Bauprojekt also genau so weit, dass dieser schlüsselfertige Status erreicht wird.

Grundsätzlich ist der Projektleiter für die eigenständige Abwicklung von Schlüsselfertigbau-Projekten verantwortlich, koordiniert und realisiert also große Bauprojekte wie z.B. Hotels, Kliniken oder wie im Fall der Baustelle in Waltenhofen, Wohnanlagen. Zudem begleitet und steuert er die einzelnen Arbeitsschritte der Bauprojekte. Dazu gehört auch die Ausschreibung, Angebotsauswertung und Vergabe von Nachunternehmerleistungen. Klingt nach Fremdwort? Fand ich auch, bedeutet aber vereinfacht, dass der Projektleiter sich zum Beispiel auch darum kümmert, einen Schreiner für die Fensterbänke in den Häusern auszuwählen. Dazu berechnet er zuerst den Gesamt-Bedarf an Fensterbänken, die auf der Baustelle (bzw. in den einzelnen Häusern) benötigt werden, wendet sich mit dieser berechneten Zahl an Schreinereien und holt Angebote ein. Nach einem Vergleich der Angebote, trifft er die Entscheidung für einen Schreiner, der dann die Fensterbänke produziert. Der Schreiner ist also ein Nachunternehmer. Genau, wie zum Beispiel der Maler, der Glaser oder auch der Bodenleger.

Meine Aufgabe: Berechnung des Bedarfs an Fensterbänken

Übrigens, das Beispiel mit dem Schreiner ist auch meine erste Aufgabe als Projektleiter für Schlüsselfertigbau. Ich schnappe mir einen Grundriss eines Hauses und überprüfe erst einmal grundlegend, ob die dort angegebene Maße der Fensterbänke auf der Baustelle tatsächlich umgesetzt wurden. Mit Zollstock bewaffnet begehe ich also das Haus, messe aus und stelle fest: Das passt. Als nächsten Schritt geht es ins Büro zum Rechnen.

In der Wohnanlage werden verschiedene Häusertypen gebaut, die alle baugleich sind, das heißt, alle Häuser des Typen 1 haben die gleichen Fenstermaße, alle Häuser des Typen 2 ebenfalls usw.; Anhand der Grundrisse berechne ich die laufende Meterzahl der Fensterbänke, die wir benötigen. Dafür suche ich mir ganz einfach alle Fenstermaße im Erdgeschoss, Obergeschoss und Dachgeschoss eines Haustypen zusammen, addiere die Meterzahlen und habe am Ende eine Summe aller Haustypen und Anzahlen, also einen Bedarf ermittelt, den ich mit dem Projektleiter gemeinsam nun bei Schreinereien anfragen kann. Puh! Und damit bin ich eindeutig tief genug in die Materie eingedrungen und fasse mich im Fazit kurz.

Fazit: Mein technisches Verständnis wird besser

Dieser Moment, wenn Grundrisse nicht mehr aussehen wie undefinierbare Zeichnungen und die Bezeichnung Projektleiter Schlüsselfertigbau jetzt zum Ausrufezeichen im Kopf wird, fühlt sich grandios an. Ich gehe also mit einem Gefühl von Erfolg nach Hause und freue mich extrem über die Mühe, die sich die Projektleiter hier gegeben haben, um mir nicht nur den Beruf und die Baustelle vereinfacht näher zu bringen, sondern auch das Gefühl gegeben haben, hier etwas zum Erfolg beigetragen zu haben.


 

JOBCHECKLISTE
Für wen ist dieser Job geeignet:

Für alle, die sich für den Bau interessieren, einen ausgezeichneten Arbeitgeber suchen und Verantwortung übernehmen wollen.
Was muss man mitbringen:
Führungsfähigkeiten, sehr gute Überzeugungs- und Kommunikationsfähigkeiten, abgeschlossenes Studium im Bereich Bauingenieurwesen oder eine abgeschlossene Ausbildung zum Bautechniker.
Vor was darf man keine Angst haben:
vor komplexen Projekten und Verantwortung.
Absolutes Highlight des Jobs:
die Baustellenbegehung, seit der ich gerne auch nach Hegge ziehen möchte.
Tagesaufgaben in Stichworten:
Baustelle begehen, Ist-Zustand mit Plan vergleichen, Fensterbänke messen, Bedarf an Fensterbänken berechnen und Angebote einholen, das Gleiche mit aller Art von Nachunternehmern machen.

ÜBER DAS UNTERNEHMEN
Geiger Unternehmensgruppe
Wilhelm-Geiger-Straße 1
87561 Oberstdorf

ZU DEN STELLENANGEBOTEN
https://www.geigergruppe.de/geiger/hr.nsf/id/pa_de_stellenangebote.html

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

Folgen Sie Annabelle auf: