Skilehrer Skischule Frey Haslach

Skischule Frey Haslach: Was Pizzabacken mit Skifahren zu tun hat

Job 18: Skilehrer an der Skischule Frey Haslach, Eschach

Und was macht der Skilehrer eigentlich, wenn kein Schnee liegt? Fragen, die sich beim nächsten Job klären sollten.

Skifahren? Konnte ich eigentlich, seit ich laufen kann. Dann habe ich neun Jahre Pause gemacht und mich letzten Februar an meinem Geburtstag auf die Pisten des Zillertals getraut. Zur Feier des Tages gab es dann Knochenbrüche auf der Piste, drei Schrauben und eine Platte im OP-Saal und eine Knödelsuppe danach. Resümee: Das ging mal besser (und lag an mir, nicht am Skifahren an sich).

Also neue Saison, neues Glück. Den Superschneepass habe ich seit Dezember und die Kosten fahre ich seitdem auch täglich rein, das mit dem Skifahren klappt also wieder so wie sonst auch immer: richtig gut. Ob ich es aber gut genug kann, um es anderen beizubringen, wird sich in meinem Job als Skilehrer an der Skischule Frey Haslach in Eschach zeigen.

Was Pizzabacken mit Skifahren zu tun hat:

Skifahren an sich ist ganz wunderbar und besonders im Kindesalter einfach zu lernen. Das Kindesalter habe ich zwar hinter mir, der Job wird aber wohl einige Kindheitserinnerungen wecken, einfach weil ich die Zeit in der Skischule damals großartig fand. Aber zurück ins Jahr 2018. Der Tag beginnt mit Pizza-Backen, und zwar auf der Piste. Das ist nämlich ein Codewort für den Schneepflug, der im besten Fall so spitz zuläuft wie ein Pizzastück. Der Plan ist also, die Kinder die Übungspisten runterfahren zu lassen und so oft „Pizzabacken“ zu rufen, bis der Schneepflug verinnerlicht wurde.

Währenddessen ist meine Aufgabe vor allem Kinder anfeuern, hochheben, wenn das Pizzabacken eher zum Teigausrollen wurde, hinstellen und auf ein Band stellen, das sie wieder an den Start bringt. Nach zwei Stunden bin ich ausgepowert. Die Kinder glaube ich auch und um allerhand Energiespeicher wieder aufzufüllen, gibt es Kekse und Gummibärchen in der Hütte.

Mit dem Lift hoch und die Pisten runter

Nach der Mittagspause üben wir zusammen Schleppliftfahren. Gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass der Anker, der einen den Hügel hochziehen soll, im Endeffekt so groß ist, wie die Kinder selbst. Die scheinen sich aber deutlich weniger Sorgen zu haben als ich und sobald das Liftfahren klappt, geht es damit hoch auf den großen Hügel.

Ab jetzt fängt der wirklich spaßige Teil der Skischule an. Ich fahre voraus und es geht in allen Variationen, mit den Armen eng am Körper, an den Seiten, über dem Körper und mit Stöcken in der Hand den Hügel runter, rauf und immer wieder runter. Die Kinder fahren mehr oder weniger eingereiht hinter mir her. Und während ich anfangs vor allem mit Trösten, Zureden und Mut zusprechen beschäftigt war, höre ich mich zu Ende des Tages hauptsächlich loben, gratulieren und hin und wieder „Pizzabacken“ schreien, wenn ich merke, dass die Kinder vom Schneepflug zur Schussposition wechseln und austesten wollen, wer am schnellsten ist.

Ende gut alles gut? Und was macht der Skilehrer eigentlich, wenn kein Schnee liegt?

Ich komme gegen Ende an meine körperlichen Grenzen, meine Lehrlinge eher weniger. Ganz im Gegenteil, mit jeder weiteren Talfahrt gewinnen die an Mut und Euphorie und möchten jetzt erst recht loslegen. Doof, wenn der Lift zumacht und deshalb wirklich Schluss für heute ist (und echt gut für mich, weil ich dringend Schlaf brauche).

Nach einem gemeinsamen Abschiedstanz mit Zimi, dem Maskottchen-Schneemann der Skischule und dem Wegräumen der Skier heißt es Abschied nehmen und das fällt nicht nur mir schwer.

Die kleine Ariana, eine meiner Schülerinnen, die ich ganz schön ins Herz geschlossen habe, steigt aus dem Bus, der sie nach Hause bringen soll, und rennt mir weinend in die Arme. Sie hätte es so geliebt, mit mir Ski zu fahren, dass sie nicht aufhören will. Herrje. Ich will auch nicht aufhören.

Und das geht nicht nur mir so, erzählen mir die Skilehrer. Die lieben an ihrem Job, dass sie den ganzen Tag draußen sind, in Bewegung sind, mit Kindern arbeiten können und im Sommer eben entweder entspannen oder, wer nicht genug bekommt, dann als Schwimm- oder Tauchlehrer arbeiten. Sehr sympathische Menschen, diese Skilehrer.


 

Für wen ist dieser Job geeignet:
Für alle, die gern Skifahren, Schnee lieben und an der frischen Luft und mit Kindern zusammenarbeiten wollen

Was muss man mitbringen:
Erfahrung im Skifahren und im Umgang mit Kindern und Lust auf einen ganz besonderen Job

Vor was darf man keine Angst haben:
Vor Verantwortung, Schnee, viel Action auf der Piste und auch mal Kindern, die eigentlich gar nicht da sein wollen

Absolutes Highlight des Jobs:
Das Funkeln in den Kinderaugen, wenn es die Piste runtergeht

Tagesaufgaben in Stichworten:
Schneepflug üben, Liftfahren üben, Piste runterfahren und ganz viel motivieren, loben und lachen

ÜBER DAS UNTERNEHMEN
Ski- & Snowboardschule Frey Haslach
Eschach 114
87474 Buchenberg/Eschach
https://www.deineskischule.de/

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

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