Kaffeerösterei Muckefuck

Aus alten Bauernhof wird Rösterei

Wie aus einem alten Bauernhof eine moderne Kaffeerösterei wurde, das lässt sich in Aitrang bewundern. Mit der Ostallgäuer Kaffeerösterei „Muckefuck“ konnte das Erscheinungsbild eines ehemaligen Hofes gesichert und das Potenzial eines Leerstandes genutzt werden. Denn der Bauernhof gehört zum typischen Landschaftsbild des Allgäus, doch aufgrund des landwirtschaftlichen Strukturwandels entstehen hier oft Leerstände.

Der alte „Diengshof“ steht im Ortskern von Aitrang. Wer den Hof besucht, erblickt zunächst ein klassisches Wohngebäude und eine Scheune. Im Kuhstall finden sich heute aber nicht mehr Milchvieh, Stroh und Melkvorrichtungen, sondern Kaffeeröstmaschinen und Säcke voller Kaffeebohnen. Andreas und Melanie Oertel, beide Neu-Allgäuer, gründeten hier im Jahr 2015 ihre Kaffeerösterei Muckefuck. Sie waren zuvor bereits seit längerem in der regionalen Gastronomiebranche tätig und fanden in Aitrang den perfekten Standort für die Kaffeerösterei. Ihren Namen hat diese von der umgangssprachlichen Bezeichnung für Getreidekaffee aus der Nachkriegszeit - Muckefuck. Auf insgesamt 767 Quadratmetern kombinieren die Oertels nun Wohnraum, Garten sowie gewerbliche Nutzung; rund zwei Drittel entfallen dabei auf die Hofrösterei. Insgesamt produzieren sie ca. 5 bis 5,5 Tonnen handverpackten Kaffee pro Jahr – das entspricht rund 15.000 Packungen leckeren Kaffees. Zusätzlich betreiben sie ein gleichnamiges Café im nicht weit entfernten Marktoberdorf. 

Dem Konzept kommt vor allem die Architektur des Hofes zu Gute: Die Trennung von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bietet den perfekten Rahmen für die Nachnutzung als Kaffeerösterei durch die Familie Oertel. Während der umgebaute Kuhstall die Rösterei beherbergt, kann das Wohngebäude von der Familie privat genutzt werden. Daneben bietet der Hof weitere Vorteile, wie die bereits vorhandenen Zufahrten oder die Scheune, die perfekte Bedingungen für die Lagerung der Kaffeesäcke bietet. Das Vorhaben wurde gemeinsam mit Landratsamt, Gemeinderat und örtlicher Bevölkerung umgesetzt. Auch der vorherige Bewohner des Gebäudes unterstützte das Projekt sofort. Der Brandschutz wurde nachgerüstet, im Vorfeld ein Geruchsgutachten erstellt sowie verschiedene Auflagen für den Betrieb der Rösterei definiert, wie beispielsweise die Anzahl der Röststunden pro Jahr. Insgesamt ist es kein Wunder, dass das Projekt von der Aitranger Bevölkerung positiv aufgenommen wurde und auch der Gemeinderat das innovative Projekt unterstützte.