Tiny House Allgäu in Betzigau

Flexibel Wohnen

Idee: Wohnen auf kleinstem Raum gestalten

Merkmale: Flexibel Wohnen, Mikrowohnen

Fläche: 20–40 m² Wohnfläche

Kontakt: Tiny House Allgäu, An der Römerstraße 4, 87488 Betzigau

Den Fokus auf das Wesentliche: Das gelingt beim Leben auf rund 20 Quadratmetern von ganz allein. Denn sehr viel größer sind sogenannte „Tiny Houses“ oft gar nicht. Die Tiny House-Bewegung (englisch „winziges Haus“) stammt ursprünglich aus den USA und erfreut sich inzwischen auch in Deutschland einer immer größeren Beliebtheit. Die Motivation sein Leben auf so begrenztem Wohnraum zu verbringen rührt ganz unterschiedlicher Herkunft. Während es früher vorrangig darum ging Kosten zu sparen, geht es heute viel mehr um nachhaltiges Wohnen, Flächensparen und die Rückbesinnung auf das Wesentliche.

Bislang häufig in Ballungsräumen angesiedelt, hält das Tiny House jedoch auch mehr und mehr Einzug in den ländlichen Räum. Dabei sind auch die Zielgruppen unterschiedlich:  Egal ob Individualisten, Alleinstehende, Wochenpendler, Berufstätige, Paare oder sogar kleine Familien – durch die vielseitige Gestaltungsmöglichkeit bieten Tiny Häuser ebenso vielseitigen Lebensraum. Ob zum dauerhaften Wohnen, als Ferienhaus, Wohnraum für Monteure, mobiles Büro oder Verkaufsladen oder Leben auf dem Campingplatz werden die Mini-Häuser immer interessanter.

Was hinter den Tiny Houses steckt zeigt z.B. das Start-Up Tiny House Allgäu in Betzigau. Die Firma produziert verschiedene Formen der Mini-Häuser ganz individuell auf Kundenwunsch. Die Grundfläche der Häuser von Tiny House Allgäu variiert je Anforderung. Im Durchschnitt werden vom Kunden zwischen 20-40m² Wohnfläche gewünscht.

Wiegt das Häuschen nicht mehr als 3,5 Tonnen und überschreitet eine Breite von 2,55 Meter und eine Höhe von max. 4 Meter nicht, kann der Besitzer es relativ einfach selbst transportieren. Für schwerere Modelle sind gemäß StVo spezielle Trailer erforderlich.

Falls das Haus einen dauerhaften Platz hat und nur selten versetzt werden soll, eignet sich dagegen die Mobilheim-Variante ohne Räder, um so etwas größer und schwerer bauen zu können. Der Transport erfolgt dann via Kran und Tieflader. Dabei gibt es auch die Möglichkeit, dass bei Bedarf mehrere Module miteinander zu einer größeren Hauseinheit verbunden werden.

Allerdings gibt es, je nach Variante des Tiny Houses, verschiedene Vorschriften und Regelungen - vor allem zum Thema Baurecht - die beachtet werden müssen. Hier wird z.B. zwischen dauerhaftem Wohnen, der Nutzung als Ferienhaus oder der Nutzung als Wohnwagen unterschieden. Auch das Thema Campingplatz ist noch einmal gesondert zu sehen. Generell gilt: für ein Tiny Haus gelten weitgehend dieselben gesetzlichen Rahmenbedingungen wie für andere Formen des dauerhaften Wohnens.

Beim Bau wird bei Tiny House Allgäu besonders viel Wert auf Qualität und den Einsatz hochwertiger Materialien gelegt, die verarbeitenden Rohstoffe werden hauptsächlich regional bezogen. Grundsätzlich wird für die Herstellung überwiegend Holz und, soweit möglich, natürliche Materialien verwendet.

Um für straßenzugelassene Tiny Häuser mit Gewichtsbeschränkung Gewicht einzusparen, kann aber alternativ z.B. eine leichte Außenfassade aus Kunststoff gewählt werden. Auch für die Dämmung gibt es mit u.a. Glas- und Steinwolle, Hanf, Jute oder Schafwolle die verschiedensten Varianten, so die Häuschen auch im Winter einer Wohnung in nichts nach. Auch bei der Ver- und Entsorgung des Tiny Hauses gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Neben der klassischen Strom- und Wasserversorgung durch einen Anschluss an das öffentliche Netz kann je nach Bedarf beispielsweise auch der Einsatz von  Frisch- und Abwassertanks oder unterstützend eine PV-Anlage nützlich sein.

Alle Häuser können individuell auf den Kunden zugeschnitten gebaut werden. Hohe Fenster, indirektes Licht oder ein durchgängiges Farbkonzept tragen hier dazu bei. Auch das Thema Barrierefreiheit spielt eine immer größere Rolle, denn gerade für ältere Menschen, die kein großes Haus mehr unterhalten wollen, stellen die Mini-Häuser eine Alternative dar. Das Haus mit einem Hub-Bett zu versehen ist deshalb nur eine Möglichkeit, wie die Häuschen auch älteren Menschen gerecht werden können.

Wie diese besondere Wohnform im Allgäu ankommt, wird sich noch zeigen. Fest steht: Tiny Houses sind für verschiedene Zielgruppen geeignet und können Wohnraumpotenzial für verschiedene Situationen liefern – und das nicht nur mehr in der Großstadt, sondern auch für Wohnen im Ländlichen Raum.