Bildungsberater

VHS Bildungsberatung - der krönende Abschluss

Job 30: Bildungsberater bei der VHS Kaufbeuren

Es ist soweit, ich bin bei meinem letzten Unternehmen angekommen und hier erwartet mich zum krönenden Abschluss der Beruf des Bildungsberaters an der Volkshochschule Kaufbeuren e.V.; Genauer genommen darf ich mich einer Bildungsberatung unterziehen (wie übrigens jeder von euch – dafür muss man kein Jobhopper sein, aber dazu später mehr). Das kommt wie gerufen, denn nach 30 Jobs in 30 Wochen weiß ich überhaupt nicht mehr, wo mir berufstechnisch der Kopf steht.

Wie kommt es zu so einem coolen Bildungsberatungs-Angebot?

Ich wusste vorher nicht, dass es so etwas wie eine Bildungsberatung gibt, dass die von zertifizierten Bildungsberatern durchgeführt wird und noch weniger, dass die kostenlos ist. Weil, viele von euch das wahrscheinlich genauso wenig wissen, hier ein paar Infos: Das Ziel einer Bildungsberatung ist es, Menschen bei Entscheidungen bezüglich Aus- und Weiterbildung, Berufswahl und Berufstätigkeit zu unterstützen. Das wird übrigens in öffentlicher Verantwortung realisiert, weil nur so allen Bürgern die gleichen Zugangschancen zum Weiterbildungsangebot eröffnet werden können.

Die Kommunen im Allgäu haben ein Interesse daran, die (Weiter-) Bildungsbereitschaft von mir und allen anderen Bürgern zu fördern und wollen deshalb den Zugang zu Aus- und Weiterbildung erleichtern, indem sie Bildungsberatungsstellen finanzieren. Hier bekommen Ratsuchende Unterstützung bei beruflichen Fragen wie z.B. Schulabschlüsse nachholen, Neuorientierung, Berufsfindung, Weiterbildungsangebote oder auch Wiedereinstieg und Fördermöglichkeiten. Den Kontakt zu euren Bildungsberatern/innen findet ihr hier. So eine Bildungsberatungsstelle gibt es in der vhs Kaufbeuren. Also, nichts wie hin da und zwar zu Jürgen Wendlinger. Der hilft rund 300 Menschen im Jahr, wenn es um Fragen der beruflichen Weiterbildung geht.

Fragen dazu habe ich nach der Challenge einige und ich bin gespannt, ob er helfen kann, mein „Wie geht es weiter“-Chaos im Kopf zu lösen. Schnell merke ich: helfen kann er. Und zwar, in dem er mir klar macht, dass die Antwort auf die Frage, wie es weiter geht, von mir kommen muss. Ein wichtiger Ansatz dafür ist: mir über meine eigenen Neigungen und Lebensziele bewusst zu werden. Nur dann kann ich erwarten ein dazu passendes Berufsfeld und damit verbundene Zufriedenheit zu finden. Also gut.

Neigungen, Lebensziele und der Wunsch, Beruf und Berufung zu verbinden

Meine persönlichen Stärken liegen im Zwischenmenschlichen, also in der Arbeit mit Menschen und mit meinen Händen. Mein bisheriger Bildungsweg hat mich auf einen Beruf in der Wirtschaft vorbereitet, der mein Portemonnaie füllen könnte. Ein volles Herz ist mir aber wichtiger als ein volles Portemonnaie. Was also tun? Ein heimlicher Traumberuf, in dem ich alles (außer Wirtschaft) verbinden könnte, wäre für mich die Hebamme.

Das weiß Herr Wendlinger über mich und hilft mir auf Basis dessen, mit mir gemeinsam Ziele für meine Karriereplanung abzuleiten.  Dafür schauen wir uns meinen bisherigen Weg und meine Interessen an, sprechen über Stärken und Schwächen, und darüber, dass ich mit meinem Job glücklich sein, hinter meiner Arbeit stehen und vollkommen in dieser aufgehen möchte. Also einen Weg suche, „Beruf und Berufung zu verbinden“ – sagt Herr Wendlinger und damit trifft er ins Schwarze (endlich ein Wort für diese vorher undefinierbare Sehnsucht in mir).  Aber darf ich diesen Anspruch überhaupt haben? Oft habe ich das Gefühl meine Erwartungen an mein Berufsleben sind zu hoch. Herr Wendlinger beruhigt mich. Meine Denkweise wäre gar nicht unüblich und es gäbe einfach unterschiedliche Lebensziele und Ansprüche an das persönliche Glück. Das beruhigt mich ungemein.

Fazit: Bildungsberatung gibt Denkanstöße und bietet Orientierungshilfe

Das Gespräch war klasse!  Und zwar vor allem, weil es gerade nicht darum ging, mir den für mich perfekten Beruf vorzuschlagen. Vielmehr habe ich Denkanstöße erhalten, die mir als Orientierungshilfe in diesem unübersichtlichen Karriere-Dschungel dienen und bin zuversichtlich, was die nächsten Schritte angeht. Vorher dachte ich, es gibt nur BWL ODER Hebammerei. Jetzt weiß ich aber so viel mehr über Möglichkeiten, beides zu verbinden anstatt mich „nur“ für eines zu entscheiden. Ich fühle mich befreit. Und absolut motiviert. Danke, Herr Wendlinger. Das war ganz wunderbar.

Und obwohl ich vielmehr in den Genuss einer Bildungsberatung kam anstatt den Beruf tatsächlich zu testen, gibt es natürlich noch eine Checkliste, für alle, die diesen Tätigkeitsbereich genauso spannend finden wie ich.

 

Für wen ist dieser Job geeignet:  
für jeden, der Menschen dabei unterstützen möchte, Entscheidungen bezüglich Aus- und Weiterbildung sowie bei der Berufswahl und Berufstätigkeit zu treffen.
Was muss man mitbringen:
als Bildungsberater verfügt man über ein wissenschaftliches Studium, kennt sich gut mit den relevanten Bildungsthemen aus und hat i.d.R. eine Ausbildung zum Coach gemacht.
Vor was darf man keine Angst haben:
über den Tellerrand zu blicken
Absolutes Highlight des Jobs:  
als Bildungsberater wahrscheinlich das gute Gefühl, mit dem man abends nachhause geht. Wissend, dass man hier Menschen helfen konnte.
Tagesaufgaben in Stichworten:
Berufsbilder und Wege dorthin recherchieren, sich mit dem Lebenslauf der Ratsuchenden auseinandersetzen, Stärken Schwächen und Ziele erarbeiten und vor allem: viele Aspekte ansprechen und fragen! Das hilft, um tiefliegende Wünsche freizulegen.

ÜBER DAS UNTERNEHMEN
Bildungsberatung Allgäu - Vhs Kaufbeuren
Spitaltor 5
87600 Kaufbeuren

ZUR BILDUNGSBERATUNG
https://www.bildung-allgaeu.de/

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

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