Bersabee GmbH

Digitalisierungslösung für Unternehmen

„Eine Art Parship für den Mittelstand“,

so beschreibt Stefan Grimm das Geschäftsmodell der Bersabee GmbH, die er zusammen mit Alexander Kostgeld gegründet hat. Bersabee unterstützt produzierende Unternehmen dabei, Digitalisierungsvorhaben pragmatisch umzusetzen. Dazu bringt sie Unternehmen mit passenden Technologie-Anbietern zusammen und hilft ihnen fundierte, wirtschaftliche Investitions-Entscheidungen zu treffen. Stefan Grimm und Alexander Kostgeld wollen Umsetzungsmöglichkeiten greifbar machen und nachvollziehbar aufzeigen, was Digitalisierung im Unternehmen bewirken kann. „Wir beginnen immer mit der Vision, auf die das produzierende Unternehmen hinsteuert: Besser ausgelastete Maschinen, effektivere Prozesse oder Einsparung von Ressourcen“, beschreibt Alexander Kostgeld den Ausgangspunkt. Und Stefan Grimm ergänzt: „Diese Vision schlüsseln wir in einen Schritt-für-Schritt-Prozess auf. Unser eigenentwickeltes Matching-Tool legt die Schritte dann für die Auswahl geeigneter Umsetzungs-Partner zugrunde.“ Der Informatiker Stefan Grimm und der Ingenieur Alexander Kostgeld haben schon einige komplexe Digitalisierungs-Aufgaben erfolgreich bewältigt. Kein Wunder, dass sie das gemeinsame Thema nicht loslässt und dass sie andere damit anstecken wollen.

Informatik trifft auf Ingenieurswesen

Mehr als 10 Jahre in der Implementierung, Entwicklung und Forschung zu Digitalisierungsprojekten in der Industrie bringen die beiden mit. Nach ihrer gemeinsamen Zeit am Forschungszentrum Allgäu haben sie sich Mitte 2018 in die Selbständigkeit gewagt. Dabei ergänzen sie sich hervorragend. Das technische Know-how von Stefan Grimm steckt im selbstentwickelten Algorithmus des hauseigenen Matching-Tools. Als CTO verantwortet er seine laufende Weiterentwicklung und Verbesserung. CEO Alexander Kostgeld weiß, was in der Industrie funktioniert. Er hat bereits ein Unternehmen in diesem Umfeld erfolgreich gegründet. Seit Juli 2016 betreibt er mit Industrie 4.0 News eine reichweitenstarke Branchen-Community mit Neuigkeiten und Trends zu Digitalisierung und Industrie. In Kooperation mit dem Netzwerk „Allgäu Digital“ hat er die SmartBusiness-Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Hier kommen regelmäßig Wissen, Akteure und Interessierte zusammen und teilen Problemstellungen sowie gelungene Beispiele rund um Digitalisierung und Industrie. Von dem Fach-Austausch profitieren Mitarbeiter, produzierende Unternehmen und Technologieanbieter gleichermaßen.

„Wie macht man die Umsetzung pragmatischer?“

Diese Frage war der Ausgangspunkt für Bersabee, denn „der Bedarf für Digitalisierung ist da, auch das grundsätzliche Bewusstsein, was sie bringen kann und dass man Spezialisten an Bord holen muss“, so Alexander Kostgeld. Aber die Auswahl ist komplex. Viele Technologie-Anbieter haben kein bestehendes Produktportfolio, sondern entwickeln Individuallösungen, basierend auf einer vorausgehenden Analyse. Unternehmen arbeiten gerne mit Technologieanbietern, die ein vergleichbares Fallbeispiel vorweisen können. Aber jedes Unternehmen, das ein Digitalisierungsprojekt angeht, steht an einem unterschiedlichen Ausgangspunkt.

 „Um die Umsetzung voranzubringen, müssen wir die Entscheidung einfacher machen“, ist sich das Managementteam einig und gab damit die wichtigsten Stellschrauben für Bersabee vor. Es geht darum,

  • Komplexe Projekte in nachvollziehbare Schritte herunter zu brechen,
  • bereits entwickelte Lösungen weiteren Unternehmen verfügbar zu machen,
  • Return-of-Investment als Entscheidungsgrundlage zu ermitteln und
  • passende Anbieter auszuwählen und den Kontakt herzustellen.

„Das zeitnah zu leisten ist gar nicht so einfach, denn der Markt für digitale Technologien und Lösungen entwickelt sich unglaublich schnell“, beobachtet Alexander Kostgeld und Stefan Grimm ergänzt: „Aber genau hier zeigt sich die Überlegenheit digitaler Systeme.“

Schon 2016 kam den beiden die Idee, für den Abgleich von Unternehmens-Anforderungen und Lösungs-Angeboten eine digitale Plattform einzusetzen. Nur konsequent, denn damit kann man die Digitalisierung an allen Fronten voranbringen: Auf Unternehmensseite den Zugang zu Lösungen vereinfachen, auf Anbieterseite den Vertrieb skalieren und digitalisieren. Unterstützung für ihr Vorhaben bekamen sie von der Hochschule Kempten, die sie für das EXIST-Gründerstipendium auswählte. Mit Beginn der Projektlaufzeit Mitte 2018 starteten sie Bersabee und gründeten Anfang 2019 die Bersabee GmbH.

Konkrete Schritte im Bersabee Solution Report.

Am Anfang steht die Datenerfassung. Das Bersabee-Team sichtet die zunehmende Menge an Technologieanbietern und vermerkt sie mit allen relevanten Details akribisch im Datenbank-System.  Im Rahmen eines 60-minütigen Telefonats werden die Daten von interessierten Mittelständlern über dynamische Fragebögen aufgenommen.

Dann kommt der Abgleich. Der selbstlernende Algorithmus des Matching-Tools ermittelt die Einzelschritte, die vom festgestellten IST- zum gewünschten SOLL-Zustand führen. Er gleicht sie mit den Lösungen der Technologie-Anbieter ab. Als Ergebnis dieser Berechnungen erhält der Kunde seinen Solution Report. Er ist Entscheidungsgrundlage und Fahrplan für seine Digitalisierungsstrategie.

Wie ein Lasten- und Pflichtenheft beinhaltet er alle wichtigen Elemente, Schnittstellen und Abläufe. Er zeigt aber auch den aktuellen Digitalisierungsgrad und weitere Optimierungspotenziale in der Wertschöpfungskette auf. Er nennt passende Anbieter und auch Fördermöglichkeiten. „Der Wunsch nach Digitalisierung muss von innen kommen, aber Fördermitteln können einen extrinsischen Anreiz setzen.“ merkt Kostgeld an.

Jeder generierte Use Case verbessere den Algorithmus und erweitere die Anwendbarkeit des Solution Reports erklärt Grimm. „Jeder Case kann mit neuen Daten angereichert werden und mit jedem Durchlauf wird der Algorithmus verfeinert.“

Nun sollen das Team und die Kundenbasis wachsen. Erste Ansätze, bei denen die Anwender die Fragebögen selber ausfüllen, haben gezeigt, dass der persönliche Kontakt an dieser Stelle wichtig ist. Auch um Technologieanbieter an Bord zu bringen, für die Organisation der Events und die weitere Verbesserung des Algorithmus wünscht sich Bersabee mittelfristig mehr Mitarbeiter.

Im August 2018 mit den ersten zehn Test-Anwendern im Allgäu gestartet, sieht Bersabee keine ortsbedingten Grenzen für sein Match-Making. Und setzt trotzdem vorrangig auf die Region.

„Das Allgäu denkt nachhaltig, das passt gut zur Digitalisierung“

so die Einschätzung von Grimm, der seit 2012 im Allgäu lebt, und erklärt weiter: „Familiengeführte Unternehmen, bei denen die nachfolgende Generation aktiv eingebunden ist, tun sich oft leichter mit dem nötigen langfristigen Denken und nachhaltigen Innovationen.“ Im Allgäu ist diese Unternehmergruppe traditionell stark vertreten. Hier gibt es zahlreiche interessante, global agierende Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe, die auf ein wertschätzendes Miteinander setzen und dabei „gerne lokal zusammenarbeiten“, meint der gebürtige Allgäuer Kostgeld. „Wir haben vor, im nächsten Jahr mindestens sechs neue Mitarbeiter einzustellen, die unsere Ideen, Prozesse und Produkte mitgestalten und voranbringen.“ Das Allgäu bietet seiner Einschätzung nach deutliche Standortvorteile. Mit vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten, einem hohen Freizeitwert und guter infrastruktureller Anbindung sollte es leicht sein, hier Mitarbeiter anzuwerben und zu halten.

Keyfacts zur Bersabee GmbH 

Branche:  Business Intelligence für produzierende Industrie

Gründungsjahr: 2018 (GmbH: 2019)

Kontakt:  info@bersabee.de, www.bersabee.de

Wir bieten:

  • Analyse, Umsetzungsstrategien und Fördermöglichkeiten für Anwender,
  • Austausch von Wissen, Know-how und Kontakten,
  • Digitalisierten Vertrieb für Lösungsanbieter.

Wir suchen:

  • Produzierende Unternehmen,
  • Technologieanbieter,
  • Mitarbeiter, die Digitalisierung weiterdenken.

Erscheinungstermin: 10.07.2019

Autor
Kommunikation & Messaging für neue Vorhaben, © Ronja Hartmann

Ronja Hartmann

Ronja Hartmann Communications

Lotsin im medialen Überangebot. Tech Geek mit Hang zur Kunst. Unterwegs, damit sich Unternehmen grundlegend anders vermarkten. 

Für Allgäu Digital porträtiere ich die Start-Ups im Projekt.

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