Luftfahrtingenieur

ACM: Hoch hinaus als Luftfahrtingenieur

Job 1: Luftfahrtingenieur bei ACM in Memmingen


Mit diesem Job steigert sich meine Aufregung ins Unermessliche. Einerseits, weil die Jobchallenge endlich startet und andererseits, weil es mit einem Beruf losgeht, den ich seit Kindheitstagen eigentlich ausgeschlossen hatte. Das liegt daran, dass ich immer schlecht in Physik und Mathe war. Ich würde das im Fall von Mathe auf den Lehrer schieben, das hat nämlich in der Uni dann doch noch geklappt. Physik war aber absolut hoffnungslos und wurde abgewählt sobald ich durfte. Ganz zur Enttäuschung meines Opas, der als Ingenieur Plattformen dieser Welt gebaut hat. Aber wer weiß, vielleicht lag auch Physik am Lehrer und ich entdecke neue Talente in mir?

Internationaler Flair. Made im Allgäu.

Den Job teste ich bei ACM (steht für Aircraft Cabin Modification) in Memmingen, die sich mit der Innenausstattung von Flugzeugen, Privatjets oder auch Hubschraubern beschäftigen.

Das Besondere: ACM ist ein relativ kleines aber gleichzeitig internationales Unternehmen mit 110 Mitarbeitern, das die ganze Welt mit seinen Produkten beliefert. Neben diverser internationaler Airlines und Privatkunden, gehört auch der Airbus380 zum Kundenstamm. Wahnsinn. Mein eigenes Produkt im A380. Das möchte ich auch. Bevor ich mich allerdings an die Verschönerung der Flugzeuge machen kann, darf ich das internationale Flair in den Produktionshallen der Firma spüren.  Hier werden Materialien von höchster Qualität bemustert, zurechtgeschnitten, vernäht und zu individuellen und innovativen Produkten zusammengefügt. Fast alles davon in Handarbeit. Genug zugeschaut, jetzt ist es an der Zeit, die Aufgaben selber zu übernehmen. Aber welche Aufgaben eigentlich genau?

Aufgaben des Luftfahrtingenieurs:

Einige. Zum einen gehören dazu ganz klassische Ingenieurtätigkeiten, wie die Planung des Kabineninterieur von Flugzeugen und Hubschraubern. Zum anderen beraten die Ingenieure in den Bereichen Vertrieb, Wartung und Flugsicherheit. Ein ganz schön facettenreicher Job, der einiges an Kreativität abverlangt. Dabei geht es nämlich nicht nur darum, die absurdesten Kundenwünsche zu erfüllen, sondern gleichzeitig auch den Richtlinien der Flugsicherheit zu folgen. Kein Problem für ACM, merke ich als ich in die Aufgaben des Ingenieurs eingewiesen werde und ein Blick auf diverse Projekte aus der Vergangenheit werfen darf. Wusstet ihr zum Beispiel, dass ACM sich um das Interieur von Angela Merkels Hubschrauber gekümmert hat? Oder Matratzen für die Piloten diverser Airlines herstellen? Den Schaum dafür bekommen sie unter anderem übrigens von einem anderen Allgäuer Unternehmen: Metzeler. Ganz schön gute Sache finde ich, dass so ein Allgäuer Produkt durch die Weltlüfte fliegt.

Matratzen für Piloten diverser Airlines

Die Kunden kommen geflogen.

Nicht nur das Produkt fliegt durch die Weltlüfte, sondern auch die Kunden kommen geflogen. Und zwar über den Flughafen Memmingen zu ACM. Das Gute daran ist, dass der Ingenieur sein zukünftiges Projekt direkt begehen kann, ganz einfach, weil er vor Ort in das Flugzeug steigen kann. Viel einfacher, als das anhand von 3D Zeichnungen zu machen (was natürlich trotzdem auch vorkommt). Nach der Bestandsaufnahme werden Zeichnungen angefertigt und es wird mit Produktion und Bemusterung besprochen, wie die Umsetzung funktionieren kann.

Und genau das mache ich dann auch:  Vielleicht habt ihr es schon in meiner Instagram-Story unter Jobchallengeallgaeu gesehen. Ich habe meinen ersten Teppich im 3D-Programm gezeichnet. Ihr lacht, aber das war Herausforderung genug. Bei so einem Teppich gibt es einiges zu beachten. Brandfestes Material ist die Voraussetzung, die Struktur sollte zur Flugrichtung hin verlaufen und ummantelt (mit “Kettelung”) sollte er sein, damit er möglichst wenig ausfranst, lange hält und na ja, damit Spezialisten wie ich nicht drüber fallen.

Einstellen der Cutting-Maschine

Ich muss sagen, der Job als Luftfahrtingenieur gefällt mir. Das Zeichnen macht Spaß, die Suche nach dem perfekten Material sowieso und die Tatsache, dass ich mein eigenes Werk dann im Flugzeug betrachten könnte, ist irgendwie besonders.

Dazu bräuchte man aber sehr gute Vorkenntnisse in den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie und Informatik, wird mir erklärt. Daher hört hier mein Exkurs als Ingenieur auf. Abwechslung liebe ich, Mathematik und Physik kann ich, (wie erwähnt) nicht, Chemie und Informatik noch weniger. Schade. Mit den Kenntnissen hätte ich große Chancen auf den Job als Luftfahrtingenieur. Der ist nämlich heiß begehrt (kein Wunder, bei der Abwechslung und Kreativität, die hier möglich ist) und sehr gefragt. Vielleicht bitte ich Opa mich in die Welten der Physik einzuführen. Wäre zu schade, sich diese Chance entgehen zu lassen.

JOBCHECKLISTE
Für wen ist dieser Job geeignet:
Für alle, die Fliegen so faszinierend finden wie ich und besser in Mathe, Physik und Informatik sind.

Was muss man mitbringen:
Lust auf Luftfahrt. Technisches Verständnis.

Vor was darf man keine Angst haben:
Vor Technik und jeder Menge Vorschriften.

Absolutes Highlight des Jobs:
Der Gang durch die Produktionshallen.

Tagesaufgaben in Stichworten:
Geeignetes Material überlegen, Entwurf anfertigen, Zeichnen mit 3D Programmen

 

Über das Unternehmen:
Aircraft Cabin Modification GmbH
Woringer Str. 11
87700 Memmingen

Zu den Stellenangeboten:
www.acm-aerospace.com/careers

 

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

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