Podcast: Karriere auf dem Land - zurück ins Allgäu

Im Interview: Johanna von der Kößler Technologie GmbH in Babenhausen

Johanna - ihrerseits ein absolutes Landei, durchforstet gemeinsam mit Moderator Alexander Burkhard im Podcast die Tiefen des Dialekt-Meeres der Allgäuer Kultur. Die überzeugte Ostallgäuerin zog für ihren ersten Job nach München, wurde von einer starken Sehnsucht nach den Bergen und ihrer Heimatsprache gepackt und erzählt im Interview, was das Allgäu für sie bedeutet. 

Den Berufseinstieg fand Johanna als Ingenieurin in einem internationalen Konzern in München. Die perfekte Basis um beruflich durchzustarten. Doch warum kam die Entscheidung für eine Rückkehr in die Heimat schneller als gedacht? „Das hatte einige Gründe. Einer davon ist, dass ich schon seit längerer Zeit einen Freund im Unterallgäu habe, der damals einen Hof von seiner Oma abgekauft hatte. Das war dann so unser Projekt. Den haben wir immer am Abend und in der Nacht umgebaut. Zu der Zeit habe ich noch in München gearbeitet und bin dann zu Beginn immer zwischen München und Frickenhausen […], hin und hergependelt.“

Schnell hat Johanna festgestellt, dass dies nur eine Zeitlang möglich ist und für sich beschlossen, die weitere Karriere im Allgäu zu planen. Heute ist die 30-Jährige Ingenieurin, Leiterin der Disposition, Montage sowie Inbetriebnahme im Bereich Automation bei der Kößler Technologie GmbH in Babenhausen: „Bei Kößler ist ziemlich viel automatisiert (…). Wir haben auch vollautomatisierte Anlagen, die selbstständig bestückt werden. Bei Kößler hat man sich dagegen entschieden ein Konzept extern zu vergeben und eine komplette Automationszelle zuzukaufen, sondern die Kompetenz im eigenen Unternehmen aufzubauen, selbst zu konstruieren, beschaffen und montieren. Und da komme ich dann ins Spiel. Wir haben das Ganze in zwei Abteilungen aufgeteilt. Das ist zum einen die Konstruktion, also in welcher auch die Entwicklung mit dabei ist und dann gibt es den Bereich, der für die Anfragen und für das Beschaffen zuständig ist. […] der Bereich, den ich dann ab da koordiniere. Dass alles rechtzeitig beschafft wird und auch alles termingerecht in unserer Halle aufgebaut werden kann.“

Wie Johanna Material ins Allgäu bekommt, weiß sie also. Wie hat sie sich nun letztendlich ihren eigenen Weg zurück in die Heimat gebahnt?  Dass es keine großartige Herausforderung werden würde, hat die Ostallgäuerin bestätigt und behauptet selbst von sich ein „absolutes Landei“ zu sein. Dennoch weiß sie auch die Vorzüge der Stadt zu schätzen, wenn Sie heute an die ÖPNV-Anbindung und ihren Arbeitsweg im Allgäu denkt: „Also ich glaube, wenn ich mit dem Zug heimfahren möchte, dann müsste ich erstmal 15 Kilometer mit dem Fahrrad fahren, dann könnte ich mit dem Zug irgendwo hinfahren und dann müsste ich wieder 15 Kilometer mit dem Fahrrad fahren.“  Aber auch das hat Johanna von ihrer Entscheidung nicht abgehalten und vielmehr ihre Sehnsuchtsgefühl nach der Heimat, Dialekt und Bergen gestärkt.

Hör rein in Johannas Karriereweg zurück ins Allgäu: Ein Gespräch über Sehnsucht nach Dialekt, Automatisierungstechnik und dem Traum vom Eigenheim.