Süßwarentechnologe

Confiserie - Liebe geht durch den Magen - auch im Job!

Job 4: Süßwarentechnologe bei Confiserie Heilemann

Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, Berufsliebe in meinem nächsten Job als Süßwarentechnologe erst Recht. Als ich erfahre, dass mich mein nächster Job in die Confiserie Heilmann führt, kann ich die Freude schwer verstecken. Für mich ungefähr so schön als würde man ein Schulkind zwingen, jetzt sofort Ferien zu machen. Klar, gerne, überhaupt kein Problem. Neben Käse könnte ich mich nämlich auch ausschließlich von Schokolade, Konfekt und Pralinen ernähren. Das Ganze durfte ich jetzt eine Woche lang hauptberuflich machen. Bevor ich am ersten Tag meine Schokoladen-Liebe unter Beweis stellen kann, lasse ich einen Vortrag über Hygienevorschriften über mich ergehen und bekomme einen Arbeitskittel, eine Haube und Schuh-Überzüge in Müllsack-Optik überreicht. Als es schließlich endlich in die Produktionshallen geht, erkenne ich mich selbst nicht wieder, fühle mich aber beim Vorbeigehen an den mit Pralinen beladenen Produktionsbändern schon sehr wohl.

Bei der Qualitätskontrolle

Die Confiserie Heilemann

Der Ursprung der Confiserie liegt mehr als 60 Jahre zurück, als nämlich Konditormeister Karl Heilemann 1955 in einem kleinen Geschäft in Memmingen feine Pralinés in Handarbeit herstellte. Wegen wachsender Nachfrage vergrößert sich das Unternehmen ständig und nach und nach wurden deshalb auch einige Prozesse von Maschinen übernommen. Aber nicht alle. Ein Teil, wie die Mischung den Rezeptur, oder die Garnierung der Pralinen, erfolgt weiterhin per Hand und genau hier darf ich mitmachen: Ich mische Champagner-Füllungen, übe mich im Spritzbeutel-falten und befülle die sogenannten Hohlkörper (wieder was gelernt: das ist die Schokoladen-Hülle der Praline).

Pralinenfüllung zusammen rühren

Als Süßwarentechnologe darf ich mitmischen

Nach einer Nacht im Kühlraum darf ich die gefüllten Pralinen “igeln”. Und wer hier an den Igel denkt, liegt goldrichtig. Die Pralinen werden durch flüssige, angewärmte Schokolade gezogen, abgetropft, über ein Gitternetz gerollt und erhalten damit eine Struktur, die an Stacheln erinnert. Sehr hübsch. Und weil ich mich so gut mache, darf ich direkt noch andere Garnierungsarten lernen, zum Beispiel Kringel, Herzen oder Blumen. Einige Pralinen später fühle ich mich fast wie in Trance. Das Verzieren hat was Meditatives, finde ich, und könnte das ständig machen. Und perfektionieren. Aktuell landet die Schokoladenverzierung nämlich noch oft auf dem Handschuh, neben der Praline oder mittendrauf, aber als unkenntlicher Soßen-Wulst. Hut ab vor den Mitarbeitern, die mich geduldig in die Welt der Pralinen einführen, die sie bis zur Perfektion trainiert haben und mich in den kommenden Tagen nicht aus den Augen lassen. Bevor meine Augen (und mein Bauch) vor lauter Pralinen rund werden, wechsle ich zu den Hohlfiguren und darf meinen eigenen Weihnachtsmann schminken. Das klingt komisch, ist aber nur ein anderer Begriff dafür, die dunkelbraunen und weißen Stellen, die man auf Vollmilch-Weihnachtsmännern sehen kann, mit flüssiger Schokolade in die Hohlfigurschablonen einzuzeichnen. Habt ihr vielleicht auch in meiner Story auf Instagram gesehen. Wer das verpasst hat, wird im Video unten fündig werden.

Schokolade eingießen

Wieviel Schokolade isst der Süßwarentechnologe eigentlich selber?

Und was macht der Süßwarentechnologe eigentlich noch außer Pralinen herstellen und garnieren? Kurz um kümmert er sich um alles, was die Herstellung, Verarbeitung und Verpackung der Süßwaren, in diesem Fall der Schokoladenprodukte angeht. Der Arbeitsplatz ist sowohl im Labor als auch in der Produktionshalle und klingt nach Abwechslung pur. Aber: Der Job sollte nicht unterschätzt werden, während der Tage merke ich nämlich, dass man hier ganz schön fit in Mathe sein muss, chemisches Verständnis hilfreich ist und vor allem aber eine sorgfältige Arbeitsweise inklusive hohem Verantwortungsbewusstsein unverzichtbar sind. Jetzt interessiert mich aber eine Frage noch brennend: Wieviel Schokolade isst so ein Süßwarentechnologe eigentlich noch selber? Die Antwort ist ernüchternd: Wenig. Das gibt es wirklich? Schokoladenkonsum kann man reduzieren? Erfahren werde ich es wahrscheinlich nur, wenn ich die Ausbildung selber mache. Und wie stehen die Chancen dafür? Die Mitarbeiter loben die Optik meiner Weihnachtsmänner und Pralinen, Grundtalent hätte ich. Aber dafür müssen sie auch noch gut schmecken. Eine Testverkostung müsste her.

So sehen die Pralinen & Co. dann fertig verpackt aus!

Zum Abschluss darf ich alles, was ich hergestellt habe, mit nachhause nehmen. Als Geschenk für die Verwandten zu Weihnachten, überlege ich mir, und natürlich für einen Geschmackstest. Ich bedanke mich überschwänglich und frage mich innerlich, wieviele Pralinen es wohl tatsächlich zu meinen Verwandten schaffen werden.

JOBCHECKLISTE:
Für wen ist dieser Job geeignet:
für alle, die Schokolade und Handarbeit lieben und verbinden wollen.
Was muss man mitbringen:
Lust auf Pralinen und ein bisschen Know-How in Chemie und Mathematik.
Vor was darf man keine Angst haben:
vor ganz schön vielen Hygienemaßnahmen.
Absolutes Highlight des Jobs:
Qualitätskontrolle aka Pralinen-Probieren.
Tagesaufgaben in Stichworten:
Pralinen befüllen, garnieren, Hohlfiguren schminken, eingießen und verpacken.

ÜBER DAS UNTERNEHMEN
Confiserie Heilemann GmbH
Alpenstraße 1
87789 Woringen/Allgäu

ZU DEN STELLENANGEBOTEN
http://www.heilemann.de/kundeninformationen/karriere.html

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

Folgen Sie Annabelle auf: