Inbetriebnehmer

Grob: Technisches Verständnis auf neuem Level als Inbetriebnehmer

Job 15: Inbetriebnehmer bei GROB-WERKE, Mindelheim


Mein nächster Job: Inbetriebnehmer bei Grob. Was? Das habe ich mich auch gefragt. Irgendwas nimmt er wohl in Betrieb. Maschinen vielleicht, eventuell die Maschinen, die bei Grob hergestellt werden. Aber, wieso macht der das? Fragen, die sich innerhalb der Woche hoffentlich klären.

Grob: Internationales Familienunternehmen

Mein Job beginnt in einer riesigen Empfangshalle. „Wow“ - ist mein erster Gedanke. Für kleine und mittlere Unternehmen habe ich schon viel gearbeitet, letztlich mein Spezialgebiet und deshalb auch mein Studiengang. Aber, so ein internationales Familienunternehmen wie Grob stand bisher noch unerfüllt auf meiner Liste der Dinge, die ich im Berufsleben noch kennenlernen wollte. Grob hat Standorte in den USA, China und Brasilien, was insofern besonders ist, als dass die anderen Standorte eine große Rolle für den Inbetriebnehmer spielen. Aber dazu später mehr.


Die GROB-WERKE GmbH & Co. KG ist ein Familienunternehmen, das im Bereich der Werkzeugmaschinen tätig ist. Nächstes Fremdwort für mich: Werkzeugmaschinen. Das sind Maschinen, die Werkstücke mithilfe von Werkzeugen bearbeiten und „fertigen“. Ein Werkstück ist ganz einfach ein Bauteil das durch ein Werkzeug bearbeitet wird. Um das Ganze bildlicher darzustellen: eine Werkzeugmaschine ist zum Beispiel eine Fräsmaschine, die mit unterschiedlichen Schneidewerkzeugen (die Werkzeuge) Material von einem Bauteil (dem Werkstück) abtragen. Daneben stellt Grob auch Montageanlagen her, in denen die einzelnen Werkstücke miteinander verbunden werden. Dies geschieht zum Beispiel, indem sie mithilfe eines Industrieroboters miteinander verschraubt werden.

Fertigungsanlagen und was dahintersteckt

Das, was Grob besonders gut kann, ist die Planung und Erstellung kompletter Fertigungsanlagen für z.B. Motoren oder Fahrzeuggetriebe. Und genau hier setzt der Job als Inbetriebnehmer an.

Um den Beruf besser zu verstehen, geht es für mich in eine Produktionshalle, in der eine komplette Anlage zum Zusammenbau eines Auto-Motors aufgebaut ist. Der Motor-Rohling wird dann durch die Montageanlage wandern und dabei von verschiedenen Maschinen schrittweise bearbeitet, bis er am Ende die Anlage als fertiges Stück verlässt. An den Stationen selber finden dann einzelne Arbeitsschritte statt, wie z.B. Schrauben in die Schraubenlöcher setzen, die Schrauben festziehen, den Motor an bestimmten Stellen einölen. Die Maschine, an der ich mit zwei Inbetriebnehmern arbeite, ist für die Befestigung einer Stahlplatte auf dem Motor zuständig. Im Detail sollen hier die Roboterarme Schrauben aufgreifen, in die vorgesehenen Löcher des Motors einsetzen und als letzten Schritt festziehen.   

Die Inbetriebnahme: doppelt hält besser

So eine Anlage baut und nimmt Grob komplett nach Kundenwünschen in Betrieb, ist also dafür verantwortlich, dass die Anlage funktioniert. Der Inbetriebnehmer wird dann zu zwei Zeitpunkten benötigt: Einmal ist er als letztes Glied in der Produktionskette bei Grob dafür verantwortlich, dass die jeweilige Maschine einwandfrei funktioniert. Dafür nimmt er sie zunächst probeweise bei Grob vollständig in Betrieb. Wenn alles funktioniert und der Kunde sie abnimmt, wird die Anlage abgebaut, zum Kunden verschickt und dort endgültig in Betrieb genommen.  Das macht in beiden Fällen der Inbetriebnehmer von Grob, da er sich logischerweise am besten mit den Maschinen auskennt und bei sämtlichen Fehlermeldungen und Änderungswünschen besser als jeder andere reagieren kann.

Viele Kunden von Grob haben ihren Standort im Ausland. Nicht selten passiert es also, dass der Inbetriebnehmer für einige Wochen ins Ausland geht und dann neben der Inbetriebnahme, auch die spannende Möglichkeit hat Land und Leute anderer Kulturen kennenzulernen. Klasse, finde ich, und muss jetzt nur noch herausfinden, wie ich das werden kann.

Und zu guter Letzt: wie wird man Inbetriebnehmer?

Generell bestehen Anlagen aus Mechanik-, Elektronik- und Roboter-Elementen. Für alle drei „Disziplinen“ gibt es spezialisierte Inbetriebnehmer, die sich genau um ihren Bereich kümmern und so lange schrauben, umstellen und programmieren, bis die Maschinen laufen. Dafür braucht es also einiges an Knowhow, weshalb Inbetriebnehmer  vorher eine Ausbildung zum Industriemechaniker oder Elektroniker abgeschlossen haben oder sogar eine Technikerausbildung mitbringen. Dann startet die Einarbeitungsphase, bei der die Neuen dann ein bis zwei Jahre mit einem Inbetriebnehmer zusammen arbeiten, bis sie selbstständig an die Maschinen gelassen werden können. Das ist zumindest bei Grob der Fall. Und hier bekommt man dann im Tausch echt nette Kollegen, die sich gemeinsam auf Problemsuche begeben, arbeitet an innovativen und individuellen Maschinen (Langeweile also ausgeschlossen), erhält obendrauf noch ein überdurchschnittliches Gehalt und die Möglichkeit regelmäßig im Ausland zu arbeiten.

Puh. Das klingt als wäre es ein echt cooler Job. Jetzt bräuchte ich nur noch technisches Verständnis, das ist nämlich die Voraussetzung um Inbetriebnehmer zu werden. Ob das noch was wird? Ich bin gespannt.
 

JOBCHECKLISTE 
Für wen ist dieser Job geeignet:
Für alle, die Technik lieben, Begeisterung für Maschinenbau mitbringen und Lust aufs Ausland haben
Was muss man mitbringen:
technisches Verständnis, Gewissenhaftigkeit, lösungsorientiertes Denken
Vor was darf man keine Angst haben:
vor großen Maschinen, komplexen Aufgaben und viel Verantwortung
Absolutes Highlight des Jobs:
die sieben-achsigen Roboter-Arme, die ich vorher noch nie in echt gesehen habe
Tagesaufgaben in Stichworten:
Störungsmeldungen erkennen, Fehler suchen, finden und beheben, Maschine in Betrieb nehmen

ÜBER DAS UNTERNEHMEN
GROB-WERKE GmbH & Co. KG
Industriestrasse 4
87719 Mindelheim 

ZU DEN STELLENANGEBOTEN
http://www.grobgroup.com/karriere/stellenangebote/europa.html 

Bilder
Autor
Annabelle Klage

Annabelle

Jobchallenge Allgäu

Immer auf Achse. Immer in Bewegung. Offen. Fröhlich. Viel redend. Und immer lachend. Das bin ich: Bella. Seit Oktober: Jobhopperin im Allgäu. Ich darf jetzt offiziell einfach alles auf einmal machen. Reden (viel), im Allgäu wohnen (juhuu) und 30 Jobs in 180 Tagen ausprobieren. 

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